
Im Fokus steht die Neubesetzung des dreiköpfigen Staatspräsidiums. Es besteht aus jeweils einem Vertreter der drei konstitutiven Volksgruppen der Bosniaken, Serben und Kroaten. Des Weiteren wird das Abgeordnetenhaus des gesamtstaatlichen Parlaments gewählt.
Hinzu kommen die Abstimmungen über die Mandatsverteilung in den Parlamenten der beiden Entitäten: die "Republika Srpska" und die "Föderation Bosnien und Herzegowina". Während die erste serbisch dominiert ist, überwiegt in der zweiten die bosniakische und kroatische Bevölkerung. In der Republika Srpska werden zudem ein Präsident und zwei Stellvertreter gewählt. Ebenso neu besetzt werden die Parlamente der zehn Föderations-Kantone.
Die Wahllokale schließen um 19 Uhr. Die Ergebnisse dürften am späten Abend vorliegen. Sie lassen wegen der komplexen Verfassungsordnung und den zu erwartenden langen Koalitionsverhandlungen wenig Rückschlüsse über die künftige Regierung für den Gesamtstaat zu.
Das komplizierte Staatsgebilde geht auf das Friedensabkommen von Dayton zurück, das den Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 beendete. Noch immer leidet das kleine Balkanland unter den Gegensätzen zwischen den Nationalparteien. Die Hälfte der Bevölkerung gehört zu den muslimischen Bosniaken, ein Drittel zu den orthodoxen Serben und 15 Prozent zu den katholischen Kroaten.
Diese Nachricht wurde am 04.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
