Manipulationsverdacht
Bundesregierung hält bei CSD-Anschlag ausländische Einflussnahme wegen bevorstehender Wahlen für möglich

In der schwarz-roten Koalition hat der Zeitpunkt des CSD-Anschlags, wenige Wochen vor den Landtagswahlen im September, Manipulationsbefürchtungen ausgelöst.

    Vor dem Brandenburger Tor in Berlin liegen viele Blumen, Kerzen und eine Regenbogen-Fahne für die Opfer des Terroranschlags vom 25.07.2026 beim CSD-Berlin
    Eine Frau wurde bei dem Anschlag getötet, sieben weitere Menschen schwer und 24 leichter verletzt. (picture alliance / nordphoto GmbH / Nordphoto / Engler)
    Der SPD-Abgeordnete und Ex-Minister Lauterbach erklärte, er halte es für sehr denkbar, dass ausländische Kräfte hier wirkten. Der innenpolitische Sprecher der SPD, Fiedler, hatte sogar von "heftiger Auffälligkeit" bei Anschlägen "unmittelbar vor Wahlen" gesprochen. Darüber werde kaum diskutiert, kritisierte er im Sender Phoenix. Als Beispiel nannte er die Anschläge von Solingen, Mannheim oder München. Fiedler verwies darauf, dass Russland hybride Kriegsführung betreibe. Die Nachrichtendienste müssten rechtlich auf Augenhöhe mit ausländischen Partnern gebracht werden, um mögliche Einflüsse aufzudecken. Ähnlich hatten sich zuvor der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Hoffmann, und Bundesinnenminister Dobrindt, geäußert. Der Terrorismusexperte Peter Neumann vom Londoner King’s College sagte dem Deutschlandfunk, er habe keinerlei Hinweise auf russische Aktivitäten. Das gelte speziell im Zusammenhang mit dem aktuellen Anschlag in Berlin.
    Diese Nachricht wurde am 29.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.