Bericht
Bundesrechnungshof sieht Fehlentwicklungen bei Bahn-Sanierungen

Der Bundesrechnungshof wirft der Bahn erhebliche Mängel bei der Sanierung viel befahrener Zugstrecken vor. Die Nachrichtenagentur dpa zitiert aus einem entsprechenden Bericht der Behörde an den Haushaltsausschuss des Bundestags. Darin heißt es, die ersten Korridorsanierungen zeigten gravierende Fehlentwicklungen.

    Ein Bagger hebt Schotter von einem Waggon. Das Bild zeigt die Generalsanierung der Strecke Hamburg / Berlin.
    Die Bahn soll durch sogenannte Korridorsanierungen weniger störanfällig werden. (picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)
    So seien bisherige Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen fehlerhaft und nicht belastbar. Hier sei ein konsequentes Nachsteuern unerlässlich, so der Rechnungshof. Das Bundesverkehrsministerium habe in einer Stellungnahme die Feststellungen des Rechnungshofs nicht entkräftet, sondern bestätige vielmehr bestehende Defizite bei den Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen und der Erfolgskontrolle. 

    Korridorsanierungen sollen für weniger Störungen sorgen

    Das Konzept der Korridorsanierung sieht vor, dass vielbefahrene Bahnstrecken über Monate gesperrt und grundlegend saniert werden. Dafür sollten sie im Anschluss deutlich weniger störanfällig sein. Damit soll sich die Pünktlichkeit im gesamten Netz verbessern. Nach Problemen bei den ersten Maßnahmen hatten Bahn und Bund vor zwei Wochen bekanntgegeben, dass in den kommenden fünf Jahren deutlich weniger Strecken saniert werden sollen als bisher geplant. Zudem soll nach Abschluss der Bauarbeiten der Zugverkehr künftig nur schrittweise wieder hochgefahren werden.

    Bahn hebt günstigere Sanierungen hervor

    Gegen die Kritik des Rechnungshofs, dass die Kosten für einzelne Projekte häufig die ursprünglichen Planungen überschreiten, führt die Bahn auch Sanierungen an, die günstiger wurden als geplant. Dazu zählen den Angaben zufolge etwa die Modernisierungen der Strecken Nürnberg-Regensburg sowie Hagen-Wuppertal-Köln.
    Diese Nachricht wurde am 26.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.