Madrid
Demonstration nach Zugunglück in Spanien, Suche nach Opfern fortgesetzt

In Spanien hat es nach dem schweren Zugunglück Demonstrationen in der Hauptstadt Madrid gegeben. Rund 1.500 Protestierende forderten mit Sprechchören und Schildern unter anderem den Rücktritt von Verkehrsminister Puente.

    Das Bild zeigt Demonstrierende, die Schilder mit Aufschriften hochhalten. Darauf wird Korruption angeprangert und der Rücktritt von Politikern gefordert.
    Demonstrierende fordern den Rücktritt des spanischen Verkehrsministers Puente in Madrid (Ricardo Rubio / EUROPA PRESS / dpa)
    In der Nähe des Transportministeriums kam es dabei auch zu Ausschreitungen, wie der Fernsehsender TVE berichtete. Die Polizei habe dabei auch Tränengas eingesetzt. Zu dem Protest aufgerufen hatten auch rechtsgerichtete Gruppen, in Spanien findet Ende November eine vorgezogene Parlamentswahl statt.
    Derweil ging am Unglücksort in der Provinz Toledo südlich von Madrid die Suche nach möglichen weiteren Opfern auch in der Nacht weiter. Dabei kamen mehrere Kräne zum Einsatz. Die Behörden richteten in mehreren Städten Anlaufstellen für Angehörige sowie Blutspendezentren ein.

    Menschliches Versagen als mögliche Ursache

    Am Mittwoch waren beim Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge mindestens 68 Menschen ums Leben gekommen. Die Untersuchungen zur Ursache dauern an. Verkehrsminister Puente führte das Unglück auf eine "unerklärliche" Entscheidung der Bahnleitstelle zurück. Obwohl das automatische Zugsicherungssystem nach einem Computerausfall noch nicht wieder funktionierte, habe die Leitstelle grünes Licht zur Weiterfahrt eines Zuges gegeben.
    Diese Nachricht wurde am 29.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.