
Laut der Akademie erhalten sie den Preis für die Entdeckung nichtlinearer Effekte und der Autokatalyse in der asymmetrischen organischen Synthese. Dabei geht es um Moleküle, die nahezu identisch, jedoch spiegelbildlich gebaut vorliegen. Sie können etwa im menschlichen Körper komplett andere Wirkungen haben. Der Körper selbst bildet jeweils nur eine Variante dieser Moleküle - in chemischen Produktionsprozessen können aber beide entstehen. Dies kann etwa bei Medikamenten gefährlich sein.
Kagan gelang es, mittels eines neuen Weges vorrangig eine der beiden Molekülvarianten herzustellen. Soai entdeckte die erste chemische Reaktion, bei der ausschließlich eine der Varianten entstand.
Im Jahr 2001 wurde mit der stereoselektiven Katalyse bereits ein Forschungsgebiet bei den Nobelpreisen berücksichtigt, an dem Kagan mitgewirkt hatte. Weil der Chemiker jedoch keinen Preis bekam, schrieb der damalige französische Wissenschaftsminister Schwartzenberg laut einem Bericht in "Nature" eine Art Protestbrief an das Nobelpreiskomitee.
Der Nobelpreis ist mit zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert, das entspricht einer Million Euro.
Diese Nachricht wurde am 07.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
