
Die Entscheidung des Weltverbandes IWF vom vergangenen Sonntag sei "ein problematisches sportpolitisches Signal", hieß es weiter. Der Anspruch, Sport als verbindendes Element zwischen Nationen zu verstehen und ihn möglichst unabhängig von geopolitischen Konflikten zu gestalten, dürfe nicht dazu führen, die tatsächlichen politischen Verhältnisse und die damit verbundenen Herausforderungen auszublenden.
Erstmals seit Kriegsbeginn wieder sportliche Großveranstaltung an Russland vergeben
Der Weltverband hatte kürzlich entschieden, dass die Wettkämpfe in vier Jahren in Moskau stattfinden - und hatte damit als erster olympischer Fachverband Russland seit dem Beginn seines Angriffskrieges in der Ukraine 2022 wieder die Ausrichtung eines sportlichen Weltereignisses übertragen.
Am 7. Juli hatte das IOC die Beschränkungen für russische Athleten gelockert und ihnen den Weg geebnet, an Qualifikationswettkämpfen für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles teilzunehmen. Die Ukraine reagierte damals empört und legte beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) Berufung ein, mit dem Ziel, die Entscheidung des IOC aufheben zu lassen.
"Beschämend und zynisch"
Auch die nun erfolgte Vergabe der Gewichtheber-WM nach Russland führte zu empörten Reaktionen der Regierung in Kiew. "Inakzeptabel, beschämend und zynisch" sei die Vergabe, schrieb der ukrainische Sportminister Bidnyi in Sozialen Netzwerken. Man plane offizielle Appelle an den Internationalen Gewichtheberverband und das Internationale Olympische Komitee bezüglich dieser skandalösen Entscheidung.
Diese Nachricht wurde am 30.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
