Wie umgehen mit Trockenheit und Hitze?
Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft für "Innovation statt Subventionen"

Angesichts der Ernteausfälle durch Trockenheit und Hitze plädiert die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) für mehr unternehmerische Freiheit. DLG-Präsident Paetow sagte im Deutschlandfunk, die Landwirtschaft müsse mit Innovationen auf die veränderten Bedingungen reagieren. Subventionen seien keine nachhaltige Antwort. Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert dagegen staatliche Soforthilfen für die betroffenen Betriebe.

    Ein Landwirt vom Landwirtschaftsbetrieb Markus Grund erntet mit einem Mähdrescher Getreide. Bis in den späten Abend im Landkreis Oder-Spree in Ostbrandenburg Getreide der Sorte Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen, geerntet.
    Getreideernte im trockenen Boden (Archivbild) (picture alliance / dpa / dpa-Zentralbild / Patrick Pleul)
    Mit Blick auf die diesjährige Ernte betonte Paetow, viele Betriebe stünden nach einem Jahr Arbeit vor teils enttäuschenden Ergebnissen . Die Folgen seien geringere Gewinne, weniger Liquidität und weniger Spielraum für geplante Investitionen. Niedrigere Erträge würden heute zudem oft nicht durch höhere Preise ausgeglichen. Grund sei der globale Agrarmarkt. Eine Missernte in Deutschland allein lasse die internationalen Preise in der Regel nicht steigen. Auch Betriebe mit Milchviehhaltung litten unter den Folgen, weil Futter knapper werde, sagte der DLG-Präsident.

    Anpassung an Trockenheit und Hitze

    Paetow sieht Möglichkeiten, auf die Folgen von Trockenheit und Hitze zu reagieren. "Bei der Wahl für die neue Aussaat kann man nach Sorten schauen, die mit Hitze und Trockenheit besser zurechtkommen." Auch eine bodenschonendere Bearbeitung könne helfen, Wasser besser zu speichern. Allerdings seien auch diese Maßnahmen begrenzt wirksam, "wenn es dann überhaupt nicht regnet und nur heiß ist."
    Die Landwirte seien deshalb gefragt, neue Betriebszweige auszuprobieren oder Fruchtfolgen anzupassen, betonte der DLG-Präsident. Dies sei zunächst mit Unsicherheiten verbunden. Gleichzeitig müsse die Politik den Betrieben mehr Spielraum geben. Paetow nannte unter anderem Regelungen zum Pflanzenschutz, zu Züchtungstechnologien und zur Düngung, die aus seiner Sicht mehr Flexibilität erlauben sollten.
    Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft setzt sich mit rund 30.000 Mitgliedern für eine fortschrittliche und nachhaltige Lebensmittelwirtschaft ein.

    Bauernverband fordert Hilfspaket wegen Ernteeinbußen

    Der Deutsche Bauernverband hat die Bundesregierung zu schnellen Hilfen für die Landwirtschaft aufgefordert. Bauernpräsident Rukwied verlangte ein Sofortpaket, um die finanzielle Lage vieler Betriebe zu stabilisieren. Hintergrund sind die schwachen Ernteergebnisse in diesem Jahr. Nach der Erntebilanz des DBV wird die Getreideernte in Deutschland voraussichtlich um sieben Prozent auf 41,9 Millionen Tonnen zurückgehen. Auch bei Kartoffeln, Zuckerrüben und im Obstanbau werden Einbußen erwartet. Rukwied machte dafür ein trockenes Frühjahr sowie anschließende Hitze und anhaltende Trockenheit verantwortlich. Vor allem in Süd- und Westdeutschland hätten fehlende Niederschläge zu schwachen Erträgen und teilweise zu Missernten geführt.

    Mehr Informationen:

    Landwirtschaftsminister Rainer: Entscheidung über Hilfen Ende August
    Diese Nachricht wurde am 19.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.