
Die russische Zeitung NESAWISSIMAJA GASETA schreibt dazu: "Im Anschluss an die Zusammenkunft wurde ein Abkommen über gemeinsame, freiwillige Verpflichtungen im Umgang mit der Künstlichen Intelligenz unterzeichnet. Ende September äußerte der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Türk, die Besorgnis, dass Künstliche Intelligenz eine Bedrohung für die Menschheit darstellen könnte. Er ist der Meinung, dass sich Staaten, die über KI-Technologien verfügen, sowie Länder, die an der Lieferkette beteiligt sind, auf 'rote Linien' im Bereich der KI verständigen müssen. Diese Rhetorik ist im Grunde bereits vertraut und wirkt fast schon banal. Technologien lassen sich nicht aufhalten. China hat bereits damit begonnen, humanoide Roboter in großem Stil für menschliche Handlungen zu trainieren, ohne dass es Regeln für ihr sicheres Verhalten gibt. Was tun? Es bleibt nichts, außer darauf zu vertrauen, dass alles gut geht", notiert die NESAWISSIMAJA GASETA aus Moskau.
In der österreichischen Zeitung DER STANDARD ist zu lesen: "Die Tech-Bros sollen sich einfach selbst kontrollieren – keine staatliche Aufsicht, obwohl sie das gewünscht hatten. Die Bosse haben sich jetzt auf eine informelle Wohlverhaltensklausel geeinigt, aber eben alles freiwillig und ohne Sanktionen. Wie lange das halten wird, darauf kann man wetten. Schon jetzt gibt es tägliche Meldungen, wo die Künstliche Intelligenz überall eingebrochen ist. US-Präsident Trump hat natürlich seine Gründe: China könnte einen Vorteil haben, wenn der KI in den USA Zügel angelegt werden. Aber es gibt einen Grund, der mindestens genau so wichtig ist. Die Investitionen in KI nehmen solche fantastischen Ausmaße an, dass Börseninvestoren bei Einführung von Kontrollen wohl Unsummen verlieren würden. Und die Familie Trump hat investiert", gibt DER STANDARD aus Wien zu bedenken.
Die dänische Zeitung POLITIKEN sieht es so: "Nachdem einige der prominentesten Technologie-Bosse der Welt davor gewarnt haben, dass ihre KI-Agenten letztlich eine Bedrohung für die gesamte Menschheit darstellen könnten, hatte US-Präsident Trump eine brillante Idee: Er hat einfach eine Vereinbarung mit ihnen getroffen, dass sie das nicht dürfen! Die Branche soll sich selbst regulieren. Die Vereinbarung ist in Trumps eigenen Worten moralisch bindend. Das Problem ist nur, dass eine solche Vereinbarung Moral voraussetzt – und genau daran mangelt es sowohl Trump selbst als auch Tech-Größen wie Mark Zuckerberg und Elon Musk. Sie haben bereits die Grundlagen der Demokratie und der sozialen Wohlfahrt erschüttert. Nun soll die Menschheit ihnen vertrauen, die Welt nicht noch mehr zu zerstören? Das ist nichts anderes als ein Pokerspiel", urteilt POLITIKEN aus Kopenhagen.
Die portugiesische Zeitung CORREIO DA MANHÃ ist folgender Meinung: "Künstliche Intelligenz ist in der Lage, die Menschheit zu retten, aber auch, sie zu vernichten. Bill Gates, lange ein Optimist der IT-Branche, hat nun seine Warnung verschärft: KI könne katastrophale Folgen haben, wenn sie in die falschen Hände gelange. Auch Papst Leo XIV. hat die Risiken benannt. US-Präsident Trump zieht es hingegen vor, das Problem mit Marketing zu lösen. Er will, dass künftig von Superintelligenz gesprochen wird. KI ist aber längst Teil der modernen Kriegsführung, in Drohnen oder Überwachungssystemen. Schwarzmaler und Verfechter einer Zukunft mit Künstlicher Intelligenz sollten nicht mehr fragen, was Maschinen alles können, sondern wer die Verantwortung trägt, wenn man ihnen die Entscheidung überlässt. Es wird unausweichlich zu mehr Regulierung der KI kommen müssen", unterstreicht CORREIO DA MANHÃ aus Lissabon.
"Nach einigen Jahren hat der Klimawandel seinen Status als größte Bedrohung der Menschheit verloren", heißt es in der italienischen Zeitung CORRIERE DELLA SERA: "Spricht man heute über unser mögliches Aussterben, ist Künstliche Intelligenz die Bedrohung der Stunde. Die Apokalypse hat eine neue Richtung eingeschlagen. Doch der Klimawandel ist nicht weg. Im Gegenteil: Er hat sich beschleunigt. Genau wie es die Wissenschaftler vorhergesagt hatten, hat er Einzug in unser Leben gehalten – egal, ob wir Umweltschützer, Leugner oder dem Thema gegenüber gleichgültig sind. Es war der schlimmste Sommer unseres Lebens. Ältere Menschen mussten eine Art Klima-Lockdown erdulden, um nicht zu sterben. Fabrikarbeiter mussten unerträgliche Temperaturen ertragen. Landwirte hatten mit Bränden, Überschwemmungen und Dürren von beispielloser Intensität zu kämpfen. Und das Mittelmeer war so heiß, wie seit Jahrtausenden nicht mehr", beobachtet CORRIERE DELLA SERA aus Mailand.
Nun nach Großbritannien zur Rede von Premierminister Burnham auf dem Labour-Parteitag. Die norwegische Zeitung DAGSAVISEN hält fest: "Burnham ist bereit, alle Möglichkeiten für eine Verbesserung der Beziehungen zur Europäischen Union auszuloten - einschließlich einer erneuten Mitgliedschaft. In seiner Rede auf dem Labour-Parteitag erklärte er, der Brexit habe mehr Schaden als Nutzen gestiftet. Schon bei früheren Anlässen hatte Burnham dem Brexit die Schuld für ein Jahrzehnt Stillstand und Spaltung gegeben. Es ist erfrischend, dass es jemand wagt, die Europa-Frage neu aufzugreifen. Dabei legt sich Burnham nicht einmal kategorisch fest, dass eine EU-Mitgliedschaft der richtige Weg sei. Aber dafür ist er umso deutlicher, dass die Briten einen neuen Dialog brauchen." Soweit DAGSAVISEN aus Oslo.
Die spanische Zeitung LA VANGUARDIA bemerkt: "Seit Burnham Keir Starmer an der Macht abgelöst hat, verzeichnet die Labour-Partei steigende Umfragewerte, was ihren Anhängern neuen Schwung verliehen hat. Dieses Klima veranlasste ihn dazu, ein Paket von Reformen in so zentralen Bereichen wie Wohnen, Wahlsystem und Renten anzukündigen. Doch damit nicht genug: Er machte auch das große Fass einer möglichen Rückkehr in die EU auf. Frankreichs Staatspräsident Macron reagierte sofort mit 'Welcome back' und sprach von einer großartigen Nachricht. Doch vielleicht sollte man nicht zu schnell vorpreschen. Burnhams Ankündigung ist eher ein Signal an die proeuropäischen und progressiven Wähler in Großbritannien als Ausdruck eines echten Willens zur Rückkehr in die EU", meint LA VANGUARDIA aus Barcelona.
Die britische Zeitung THE INDEPENDENT erläutert: "Burnhams unverblümte Erklärung, Großbritannien könne den 'ganzen Weg' bis hin zu einem Wiedereintritt in die EU gehen, ist eine Kampfansage für die nächsten Parlamentswahlen. Die Tories sehen das ebenso. Sie werfen dem Premierminister vor, er wolle alte Wunden wieder aufreißen, indem er die Kämpfe der Brexit-Jahre wieder aufleben lasse. Das kann allerdings nicht schaden. Im Gegenteil, es ist zum Wohle des Landes. Denn viel zu lange hat sich die Nation nicht mit einer Tatsache auseinandergesetzt, die vielen schon vor unserem Austritt aus der EU klar war und seitdem nur noch deutlicher geworden ist: dass wir mehr verlieren als gewinnen würden. Umfragen zufolge befürwortet die Mehrheit der Wähler engere Beziehungen zur EU. Die Wirtschaft spricht sich inzwischen mit überwältigender Mehrheit dafür aus. Sie kennt die Kosten und Schwierigkeiten des Handels mit unseren Nachbarn", stellt THE INDEPENDENT aus London fest.
Die österreichische Zeitung DIE PRESSE führt aus: "Und jetzt? Würde Großbritannien tatsächlich als Vollmitglied mit gänzlicher Mitsprache zurück in die EU wollen, wäre das ein langer, beschwerlicher Weg ohne Garantie auf Erfolg. London müsste heute dort anfangen, wo EU-Kandidaten wie Moldau stehen. Jahrelange Verhandlungen wären die Folge, in denen kein britisches Regierungsmitglied sicher sein kann, dass die Bevölkerung einem solchen Weg letztlich zustimmen wird."
