
Die STUTTGARTER ZEITUNG schreibt:
"Dass die Vorstände bei der Deutschen Bahn viel Geld verdienen und sogar regelmäßig mit Zusatz-Zahlungen belohnt werden, sorgt für Empörung all derer, deren letzte Zugfahrt mal wieder in eine mittlere Katastrophe ausgeartet ist. Und das sind ziemlich viele. Zu ihnen scheint auch der neue Bundesverkehrsminister zu gehören. Kleine Erinnerung an das Jahr 2023: Damals kam heraus, dass diverse Bahnmanager zwar bei den Zielen Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit nicht performt hatten, dafür aber die Anforderungen an Mitarbeiterzufriedenheit und Frauen in Führungspositionen (knapp) übererfüllt wurden. Das Geld floss also, der Zugverkehr in Deutschland allerdings weiterhin nicht. Vor Minister Bilger liegen große Aufgaben: Brücken sanieren, Klima retten, Geld ranschaffen, Radwege bauen und eben für eine verlässliche Bahn sorgen. Die Frage der Bezahlung ist dabei nur eine von sehr vielen."
Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg meint dazu:
"Es muss endlich klar werden, wer für welchen Missstand im Konzern die Verantwortung trägt. Erst dann werden sich die Führungskräfte aus Eigeninteresse um gute Ergebnisse bemühen. Nicht umsonst beklagte Bahn-Chefin Palla eine organisierte Verantwortungslosigkeit im Unternehmen. Aber auch der Minister muss sich um Schwachstellen im eigenen Haus kümmern: Dazu gehört die Entwicklung einer Eisenbahnstrategie des Bundes, in der Ziele und Aufgaben des Schienenverkehrs festgeschrieben werden."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG blickt auf die Aktienkurse in Deutschland.
"Von allen wichtigen Volkswirtschaften ist keine in den vergangenen knapp zehn Jahren so langsam gewachsen wie die deutsche. Sogar Europa schneidet im Vergleich besser ab als Deutschland, obgleich sich auch Europa im globalen Vergleich nicht als dynamische Wachstumsregion zeigt. Die Schwächen sind bekannt: Der Rückstand in der Digitalisierung hemmt das Produktivitätswachstum, die politische Polarisierung hemmt notwendige Reformen. Und doch erreichen die Aktienkurse historische Höchststände, wobei viele andere Börsen noch besser abschneiden als die deutsche. Der Anstieg mag abwegig erscheinen, ist es aber nicht. Viele Großanleger, die einen erheblichen Teil ihrer Mittel in den Vereinigten Staaten angelegt haben, suchen angesichts der sehr hohen Bewertung amerikanischer Technologieaktien und der irrlichternden Politik Donald Trumps nach Möglichkeiten, einen Teil ihrer Mittel umzuschichten."
