
Die PFORZHEIMER ZEITUNG findet die Frühstartrente gut:
"Wer sich früh mit der Geldanlage befasst, selbst wenn das für die Eltern vielleicht kein großes Thema ist, wer versteht, wie Kurse reagieren, dass sich ein langer Atem lohnt, und dass breit gestreute Anlagen und Dividenden kein Hexenwerk sind, gewinnt nicht bloß ein eigenes Depot. Er sammelt das Wissen, um im Laufe seines Berufslebens durchaus ein ansehnliches Vermögen anzuhäufen. Der Staat behandelt die junge Generation nicht nur als künftige Beitragszahler, sondern unterstützt sie dabei, schon früh eigenes Vermögen aufzubauen. Das ist ein Beitrag zu mehr Generationengerechtigkeit."
Die FRANKFUTER ALLGEMEINE ZEITUNG merkt an:
"Schon mit zehn Euro im Monat lässt sich eine beachtliche Zusatzrente aufbauen, wenn der Zinseszinseffekt über das ganze Erwerbsleben hinweg wirkt. Vor allem aber kann der staatliche Zuschuss ein guter Anstoß sein, auch mit eigenen Beiträgen vorzusorgen und damit die kapitalgedeckte Alterssicherung insgesamt zu stärken. Sollte die Frühstartrente auch noch ein wenig dazu beitragen, politische Fixierungen auf die gesetzliche Umlagerente zu lockern, wären ihre Mehrausgaben sehr schnell eingespart."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG prognostiziert:
"Die gesetzliche Rente dürfte für die meisten im Alter nicht reichen, wenn sich Deutschlands demografische Situation nicht dramatisch verändert. Eine 'Casino-Rente', wie die Linkspartei sie nennt, ist die Frühstartrente jedenfalls nicht. Wohlwollend kann man sie als einen Baustein von vielen bezeichnen. Dennoch: Die heute 30-Jährigen werden ohnehin vermutlich viel länger arbeiten müssen als gedacht. Und für die heute Sechsjährigen und Jüngeren, die von der Frühstartrente profitieren sollen, ist ein noch späteres Renteneintrittsalter zu vermuten."
Die TAGESZEITUNG – TAZ – kritisiert:
"Die 10 Euro fließen unterschiedslos, also auch an reiche Kinder mit Erbschaftserwartung, deren Eltern sich mit Investments gut auskennen. Und die Armen könnten mit den 10 Euro im Monat nicht die Streichung des Sofortzuschlags von 25 Euro im Monat kompensieren, den ebendiese Bundesregierung aktuell für Hunderttausende Kinder und Jugendliche plant. Dass man mit sechs Jahren nicht für eine Schwimmente, eine spätere Ausbildung oder einen Immobilienerwerb bei der Familiengründung, sondern fürs Alter sparen soll, zeigt überdies eine bedrückende Wahrheit: Aus dem kollektiven Sicherungssystem ist in Zukunft nicht mehr viel zu erwarten."
