14. August 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Kommentiert werden die Folgen der anhaltenden Hitze für die Landwirtschaft.

Auf einem völlig ausgetrockneten erdboden ist ein Traktor mit landwirtschaftlichem Anhänger vor untergehender Sonne zu erkennen.
Die Landwirtschaft leidet besonders unter der aktuellen Hitzewelle. (Symbolbild) (Getty Images / Anton Petrus)
Die PFORZHEIMER ZEITUNG analysiert:
"Dass Mega-Dürren immer häufiger werden, ist eine Folge des Klimawandels, an dem auch die globale industrielle Landwirtschaft ihren Anteil hat. Die heimischen Bauern arbeiten im Vergleich dazu eher kleinteilig und verantwortungsbewusst. Aber auch die deutsche Landwirtschaft muss künftig noch stärker darauf achten, dass sie ihren ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich hält. Ebenso tun sich die heimischen Bauern selbst einen großen Gefallen, wenn sie ihre gefährliche Abhängigkeit von importiertem Tierfutter und Dünger reduzieren."
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE ist überzeugt:
"Die Herausforderungen, vor denen die deutsche Landwirtschaft steht, können nur mit Unterstützung von Politik und Gesellschaft bewältigt werden. Es wäre fatal, die Bauern jetzt alleinzulassen. Denn auf dem Spiel stehen das Überleben eines wichtigen Berufsstandes, die Bezahl- und Verfügbarkeit gesunder, regional erzeugter Lebensmittel und noch viel mehr. Wenn mehrere Krisen zusammenkommen, kann der Nachschub für die Supermarktregale schnell ausbleiben. Eine zuverlässige und krisensichere Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln ist ohne eine gesunde heimische Landwirtschaft nicht möglich."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG sieht nicht nur im Agrarbereich Handlungsbedarf:
"Deutschland muss mehr für die Anpassung tun, weshalb Umweltminister Schneider von der SPD recht darin hat, die Zuständigkeiten und Finanzmittel von Ländern und Kommunen um jene des Bundes zu ergänzen. Trotzdem sollte natürlich weiterhin subsidiär am Ort über die richtigen Initiativen entschieden werden. Hier trifft die Adaptation auf die Energiepolitik: Nötig ist der baldige Einbau von Klimaanlagen in Alteneinrichtungen, denn sie retten Leben. Betrieben werden könnten sie mit Solarstrom. Von dem gibt es in der heißen Zeit ohnehin eher zu viel als zu wenig."
Zuletzt ein Kommentar aus dem HANDELSBLATT zu den neuen Abschreibungsregeln der Bundesregierung für die Unternehmen:
"Es gibt Geschenke, die niemand bekommen möchte. Dabei hatte Kanzler Merz zu Beginn seiner Regierungszeit die Superabschreibungen so schön verpackt. Die neue Regierung klebte das Etikett 'Investitionsbooster' auf sie und erlaubte Unternehmen ab 2025 schon im ersten Jahr des Erwerbs etwa von Maschinen oder IT-Hardware, 30 Prozent abzuschreiben, im zweiten und dritten Jahr genauso. Die Ökonomen waren des Lobes voll. Doch nach einem Jahr steht fest: Die Unternehmer möchten die Pakete nicht auspacken. Es ist der Wirtschaft nicht zu verdenken, dass sie abwartet. Der schönste Steueranreiz nützt nichts, wenn in der Wirtschaft eine Vertrauenskrise herrscht und die Manager nicht wissen, ob auch in den kommenden Jahren die Auftragsbücher voll sind."