
"Die Unterstützung muss so gestaltet werden, dass die Landwirtschaft den Klimawandel nicht auch noch verstärkt. Über den Ausstoß von Treibhausgasen etwa in der Tiermast, den hohen Wasserverbrauch oder den Einsatz von problematischer Chemie und von unter hohem fossilem Energieverbrauch hergestelltem Dünger wollen Teile der Branche jedoch nur ungern diskutieren. Es stimmt ja: überbordende Regulierung schadet der Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt. Doch in der Europäischen Union sichern auch Subventionen den Höfen das Überleben. Eine Verankerung des Klimaschutzes als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz könnte die Grundlage dafür schaffen, dass die Landwirtschaft durch kluge Förderung ihr riesiges Klimaschutz-Potenzial besser nutzen kann. Das würde den Bauern helfen - und der ganzen Gesellschaft."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG kommentiert den Klimawandel und die möglichen Kosten:
"Ja, es wird verdammt viel Geld kosten, Deutschland zu dekarbonisieren. Wasserstoff statt Kohle, Öl und Gas sowie Heizen mit grünem Strom etwa. Zugleich müssen Maßnahmen zur Symptombekämpfung ergriffen werden, um die Folgen der nicht mehr abzuwendenden Erwärmung abzumildern. Die Junge Union klagt über die Kosten für die junge Generation durch die Rente. Die Kosten der Klimakatastrophe werden das weit übertreffen. Es werden Abstriche gemacht werden müssen. Entscheidend ist, wann man damit anfängt. Je später,desto höher werden die Kosten sein."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG befasst sich mit der geplanten Gesundheitsreform und plädiert für einen Umbau des Kassensystems.
"Den Patienten und Pflegebedürftigen sollte Gesundheitsminister Linnemann mehr Eigenverantwortung zutrauen - als mündigen Marktteilnehmern, ja als Kunden. Sie werden auf Anreize vernünftig reagieren, darunter auf Bonus- und Malus-Zahlungen in Praxen und Notaufnahmen. In den Versicherungen braucht es kapitalgedeckte, privat organisierte Zusatztöpfe. Gießkannenlösungen wie die pauschalen Pflegezuschüsse sind abzuschaffen, Vermögen und Einkommen stärker zu berücksichtigen. Es sollte in den Kassen mehr Wahl- und Tariffreiheit zur Deckung der Risiken geben."
Zur Wahl in Sachsen-Anhalt schreibt das HANDELSBLATT:
"Wenige Tage vor den Wahlen kommt eine Debatte in Gang, die sehr eklig werden und die Republik noch mehr spalten könnte, als es ohnehin der Fall schon ist. Das Land droht in der Ost-West-Identitätsdebatte auf einem neuen Tiefpunkt anzukommen, auf dem Niveau der Brexit-Debatte von Nigel Farage. Denn mit der Drohung, dem Osten die Mittel zu entziehen, wenn die Wähler dort nicht die gewünschten Wahlergebnisse produzieren, werden Dinge miteinander vermischt, die nichts miteinander zu tun haben."
