
"Das Geld wird verpuffen und am Ende wird kein Effekt davon bleiben. Dabei wären die Milliarden anderswo sinnvoller eingesetzt. Zum Beispiel hätte die Koalition das Geld investieren können, um Alternativen zum Privat-Pkw zu schaffen. Länder hätten mehr Züge bestellen können, um den Takt zu verbessern. Wo der Weg zum nächsten Bahnhof weit ist, hätten mittelfristig elektrische, autonome Fahrzeuge angeschafft werden können. Oder aber die Bundesregierung hätte mehr Schnellladepunkte für E-Autos bauen können. Die Bundesregierung muss sich langsam mal entscheiden, was sie will. Will sie eine energie- und verkehrspolitische Wende? Dann sind die beschlossenen Maßnahmen ungeeignet."
Der Tankrabatt sei besser als sein Ruf, meint dagegen die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:
"Man stelle sich ein brennendes Haus vor, das von der Feuerwehr gelöscht wird. Doch anstatt die Einsatzkräfte zu loben, stehen sie nachher in der Kritik. Stein des Anstoßes: Ein Teil des Löschwassers hat sein Ziel verfehlt und das Gemüsebeet des Nachbarn bewässert. Klingt absurd, ist aber der Stand der medialen und politischen Debatte in Deutschland. Das sieht man zum Beispiel an der Diskussion um den Tankrabatt. Nicht, dass es daran nichts zu kritisieren gäbe, aber immerhin ist es der Versuch, den Brand in Schach zu halten. Doch die Kritik am „Gießkannenprinzip“ ist kleinkariert. Klar: Wer viel Sprit verbraucht, hat am meisten von der Entlastung. Aber das sind nicht nur die Halter von Luxusautos, sondern auch Handwerker und Pendler. Diese Menschen entlastet der Tankrabatt unbürokratisch und genau an der Stelle, wo der Schmerz entsteht: an der Zapfsäule. Wer es zielgenauer will, will es auch komplizierter, bürokratischer und damit langsamer."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG beleuchtet die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs:
"Kriegsbedingte Beschränkungen der Raffineriekapazitäten lassen die Preise für Treibstoffe rund um den Globus deutlich steigen. In den Vereinigten Staaten sah sich daher die Notenbank zu einer Zinserhöhung gezwungen, obwohl Trump niedrigere Zinsen verlangt. In den steigenden Renditen für Staatsanleihen drückt sich auch die höhere Inflation und ein zunehmendes Unbehagen über die ausufernde amerikanische Staatsverschuldung aus. Aber Trump wird gegenüber jahrzehntelangen Partnern, die er gewöhnlich nur als Kostgänger Amerikas wahrnimmt, auch weiterhin keine Milde zeigen."
