
"Der Begriff 'Betongold' erzeugt eine trügerische Sicherheit. Ein Gefühl von Stabilität, von Schutz für das Ersparte. Was jedoch gerne vergessen wird: Stecken viele Menschen ihr Geld in den gleichen Markt, kann das eine gefährliche Spirale in Gang setzen. Marktschwankungen sind zwar normal. Aber die Wohnungsknappheit in Metropolen hierzulande hat ihre Gründe. Wenn Vermieter ihre Investitionskosten über die Miete nicht mehr in einer annehmbaren Zeit reinholen können oder wie aktuell Enteignungsfantasien der Linken in Berlin Investoren verschrecken, könnte das vermeintlich sichere 'Betongold' schnell zerbröckeln."
Die Badische Zeitung in Freiburg kommentiert die Forderung der IG Metall in Baden-Württemberg nach fünf Prozent mehr Lohn:
"Auf den ersten Blick erscheint die Forderung nicht übertrieben. Eine geringe Forderung, die Reallohn- und damit Kaufkraftverluste schon vor Beginn einer Tarifrunde wahrscheinlich macht, nimmt kein Gewerkschafter hin. Es muss jedoch auch der Arbeitnehmervertretung klar sein, dass sich die Metall- und Elektroindustrie nicht in einer rasch vorübergehenden Konjunkturdelle befindet. Die Wirtschaft der Bundesrepublik steht seit Jahren in einer Strukturkrise, die ohne tiefere Einschnitte nicht zu bewältigen ist. Der Goldesel China, der einst für üppige Renditen unter Maschinen- und Autobauern sorgte, ist zum Tiger mutiert, der deutschen Firmen Weltmarktanteile abnimmt und den Kostendruck erhöht. Die hohen Absatzzahlen in Fernost sind Vergangenheit, weil Chinas Wirtschaft schwächelt. In Osteuropa kann wegen hoher Produktivitätszuwächse günstiger gefertigt werden. Um all dem standzuhalten, müssen die heimischen Fabriken wettbewerbsfähiger werden – auch wenn das Reallohneinbußen und längere Arbeitszeiten bedeutet."
Angesichts der hohen Energiepreise kritisiert die VOLKSSTIMME aus Magdeburg die Klimapolitik der Europäischen Union:
"Trotz zahlreicher Warnungen, dass die deutsche Industrie und insbesondere die Chemiebranche der CO2-Bepreisung und der EU-Rohstoffstrategie nicht standhalten werden, wird dieser Weg ohne die geringste Korrektur fortgesetzt. Es vergeht inzwischen keine Woche mehr, an der nicht Standortschließungen der Industrie und Arbeitsplatzverluste in Deutschland verkündet werden. Der 'Green Deal' von EU-Chefin Ursula von der Leyen ist jetzt schon für die Arbeiterklasse des westeuropäischen Europas eine Katastrophe. 'Der europäische Green Deal vereint ökologische Notwendigkeit und ökonomische Leistungsfähigkeit', sagte Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel im Oktober 2020. Es ist anders gekommen."
