29. September 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Kommentiert werden die Reformpläne der Bundesregierung.

Autofahrer beim Betanken an der Zapfsäule einer Tankstelle.
Mit einem Tankrabatt sollen Autofahrer in Deutschland von Oktober bis Dezember um 17 Cent pro Liter entlastet werden. (Symbolbild) (imago / Andy Bünning)
Das HANDELSBLATT kritisiert die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Linnemann, den Anspruch auf Kinderkrankentage von 15 auf zehn Tage zu kürzen:
"Die Begründung des CDU-Politikers: Vor Corona seien schließlich auch nur zehn Tage pro Kind und Elternteil vorgesehen gewesen. Doch der Verweis auf die Vergangenheit überzeugt nicht. Die Arbeitswelt vor der Coronapandemie war schließlich weder familienfreundlicher noch gerechter zu Frauen. Frauen sollen also mehr arbeiten, übernehmen aber weiterhin einen großen Teil der Betreuung. Wer mehr Mütter in Vollzeit bringen will, sollte dafür sorgen, dass sie tatsächlich mehr arbeiten können. Und für ein solches Vorhaben zählt auch die banale Erkenntnis, dass Kinder manchmal krank werden."
Der WESER-KURIER aus Bremen ergänzt:
"Daten der gesetzlichen Krankenkassen belegen eindeutig, dass kaum jemand die Höchstgrenze ausnutzt. Gemessen am Gesamtetat ist das ein Kleckerbetrag. Für die betroffenen - oft kinderreichen - Familien aber nicht. Denen etwas wegzunehmen, ist schäbig. Damit wird Linnemann allenfalls bei den sozialpolitischen Taliban des CDU-Mittelstands punkten können, aber nicht beim Wähler."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG geht auf den geplanten Tankrabatt ein, der ab Donnerstag gilt:
"Ein teures Instrument auf Steuerzahlerkosten, das die Spritpreise drücken soll. Wird man das sehr merken? Zu befürchten ist: Nein. Kraftstoff kostet derzeit an der Tankstelle zwei Euro plus irgendwas je Liter, nach zwölf Uhr mehr als davor. Und er wird auch weiterhin zwei Euro plus irgendwas kosten. Die Grenze von zwei Euro wird diesmal, anders als beim Tankrabatt 2022, nicht unterschritten werden. Für die Wahrnehmbarkeit von Preisen sollte man solche runden Werte nicht unterschätzen. Hinzu kommt ein Phänomen, das auch bei früheren Tankrabatten zu beobachten war: Zum Stichtag der Steuersenkung gehen die Tankstellen mit den Preisen schon runter. Aber danach wird versucht, die Überwälzung der Steuersenkung aufzuweichen."
Zuletzt ein Kommentar der Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN zu neu veröffentlichten Daten zur deutschen Start-Up-Szene. Demnach gibt es hierzulande 39 junge Unternehmen mit Milliarden-Bewertung:
"Die Investoren wagen und gewinnen. Und das ist gut für die deutsche Wirtschaft. Ob der Online-Broker Trade Republic oder der Drohnen-Hersteller Stark Defense – deutsche Unternehmen beweisen, dass es in Krisenzeiten Wachstumsmöglichkeiten gibt. Mehr, als viele glauben. Bemerkenswert ist auch: Der Fachkräftemangel, die Standardklage der Wirtschaft, hat für Start-ups massiv an Schrecken verloren. Nur noch 15 Prozent sehen ihn als große Hürde – vor zwei Jahren waren es doppelt so viele. Natürlich bleiben Baustellen: zu wenig Kapital in der Breite, Börsengänge Richtung USA, Abhängigkeit von US-Software. Aber der Nährboden ist da, damit mehr Einhörner wachsen und gedeihen können."