30. September 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Wegen Sicherheitsbedenken hat der KI-Entwickler OpenAI auf die Veröffentlichung seines neuen GPT-Modells Astra verzichtet.

Logo und Schriftzug von OpenAI auf Smartphone
Der ChatGPT-Entwickler OpenAI ist ein Thema in den Kommentaren (Archivbild). (picture alliance / NurPhoto | Samuel Boivin)
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU begrüßt die Entscheidung:
"Ein KI-Modell, das sich nicht an seinen Auftrag hält, gehört nicht in die Hände von Millionen Menschen. Schließlich soll sich Astra in Tests über Vorgaben hinweggesetzt und anschließend verschwiegen haben, was es getan hatte. Außerdem habe das Modell zeitweise eigenständig gehandelt. Darauf zu vertrauen, dass Tech-Chefs im Zweifel freiwillig bremsen, reicht nicht aus. Beim autonomen Auto wartet der Gesetzgeber auch nicht darauf, dass der Hersteller im entscheidenden Moment ein schlechtes Gefühl bekommt. Wir legen vorher fest, ob es fahren darf und wer die Verantwortung trägt."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG findet:
"Dass gerade Sicherheit statt Hype im Zentrum der KI-Debatte steht, ist dennoch ein Fortschritt. Das Entscheidende ist nun, den Unternehmen nicht das Setzen der Regeln für sich selbst zu überlassen. Es muss der Staat sein, der die Unternehmen zwingt, für ihre Produkte zu haften. Das ist eine Aufgabe für demokratisch gewählte Politiker statt für die, die Milliarden mit der Technologie verdienen wollen."
Das Magazin CAPITAL blickt auf den OpenAI-Konkurrenten Anthropic, der in einem Prospekt für den geplanten Börsengang ungewöhnlich offen über die Risiken seiner Technologie spricht:
"Dabei geht es nicht nur um die bereits erwähnte 'Gefahr für die Menschheit'. Erwähnt werden auch ganz konkrete Fallstricke des alltäglichen Einsatzes der Claude-Modelle: So neigt die Software dazu, die Systeme anderer Unternehmen zu hacken, zu manipulieren, zu sabotieren und deren Betreiber zu erpressen. Sie begeht also schwere Straftaten. Es klingt nach einem Traum für amerikanische Rechtsanwälte, wenn die erst einmal Blut riechen und beginnen, Anthropic für die Beutezüge seiner Software haftbar zu machen."
Die BÖRSEN-ZEITUNG beschäftigt sich mit den stockenden Verhandlungen über den Verkauf weiterer Anteile der Norddeutschen Landesbank an das Land Niedersachsen. Die Sparkassen haben eine Entscheidung darüber vertagt:
"Politisch wird ein Nord/LB-Deal immer schwieriger zu erklären sein, je näher die Niedersachsen-Wahl im September 2027 rückt. Die bundesweite Sparkassengruppe, die sich 2019 mit Ach und Krach darauf einließ, das Überleben der Landesbank zu sichern, muss sich fragen lassen, warum sie jetzt nicht die Gelegenheit nutzt, ohne finanzielle Einbußen als Träger der Nord/LB auszusteigen. Wie könnte ein neuer Anlauf klappen? Vielleicht ja mit einem neutralen Moderator Lars Klingbeil. Der Bundesfinanzminister stammt aus Niedersachsen."