01. Oktober 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Kommentiert wird unter anderem eine Studie des deutschen Versicherers HDI, die auf einen deutlichen Wandel im Verhältnis vieler Menschen zu ihrer Arbeit hinweist.

    Junge Menschen arbeiten
    Junge Menschen bei der Arbeit. Diskutiert werden unter anderem veränderte Einstellungen zur Erwerbsarbeit (Symbolbild). (picture alliance / Zoonar | BENIS ARAPOVIC)
    Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG bemerkt:
    "Die Zahlen lassen einen unbequemen Schluss zu: Viele Menschen wollen nicht mehr arbeiten, jedenfalls nicht unter den Bedingungen, die sie heute erleben. Ob sie es könnten, ist eine andere Frage. Ausgerechnet in einem Land, in dem man beim Kennenlernen gern zuerst nach dem Beruf fragt, wächst bei vielen der Wunsch nach weniger Erwerbsarbeit. Wann genau ist den Deutschen die Lust am Arbeiten vergangen? Statt reflexhaft über 'Lifestyle Teilzeit' zu schimpfen, wie es Teile der Union tun, lohnt es sich, über die Gründe für diesen Wunsch nachzudenken."
    Der TAGESSPIEGEL aus Berlin verweist auf tieferliegende Ursachen:
    "Zugleich hat das Wohlstandsversprechen, für das Erwerbsarbeit in der Bundesrepublik lange Jahre stand, Risse bekommen. Eine bezahlbare Mietwohnung in einer Großstadt zu finden, ist zu einem unbezahlten Zusatzjob nach ganz eigenen Regeln mutiert. Von Eigentum oder einer auskömmlichen Rente wagen viele kaum zu träumen - geschweige denn von einer besseren Zukunft. Stattdessen wenden sich immer mehr Menschen denen zu, die Vergangenheit propagieren. Natürlich stiftet Arbeit für viele Sinn. Aber wenn das einstige Versprechen nach Aufstieg und Sicherheit brüchig wird, ist das kein schlechtes Zeugnis für die Beschäftigten."
    Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kommentiert den jüngsten Anstieg der Inflation in Deutschland:
    "Die steigenden Preise sind inzwischen die größte Sorge der Deutschen. Das Leben, so scheint es, wird unbezahlbar. Und es stimmt ja auch: Tanken tut weh, die Inflation ist im September auf 3,3 Prozent gestiegen. Und dennoch muss einmal gesagt werden: Es ist halb so schlimm. Die 'Bezahlbarkeitskrise' ist in weiten Teilen ein Mythos. Denn was chronisch ausgeblendet wird, sind die gestiegenen Löhne. Ja, die Preise sind hoch, aber die Löhne und Mindestlöhne sind in den vergangenen Jahren mindestens genauso stark gestiegen."
    Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg befasst sich mit den Ursachen steigender Zinsen:
    "Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Zum einen treiben die Regierungen die Zinskosten selbst nach oben. Sie fragen mehr Kapital am Markt nach, was den Preis des Geldes, den Zins, steigen lässt. Zudem ist der Kapitalhunger für Investitionen in die Künstliche Intelligenz gestiegen. Finanziert werden die neuen Rechenzentren oft über Anleihen, was zinsfördernd ist. Zum anderen haben die Inflationserwartungen zugenommen: Wer sein Geld heute verleiht, verlangt einen höheren Ausgleich, weil die Kaufkraft des Geldes beschleunigt abnimmt."