
Dazu bemerkt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:
"Das Warenhaus hat sich überlebt. Zumindest in der Form, wie es von Galeria betrieben wird. Es gibt erfolgreiche Händler auf großer Fläche, Elektronikhandelsketten oder Modehäuser mit Geschäftsführungen, die verstanden haben, wie Kunden einkaufen wollen. Die Beratungsqualität liefern, lokal verhaftet sind und treue Besucher haben und damit auch in weniger frequentierten Innenstädten reüssieren können. Es gibt sogar Galeria-Filialen, die gezeigt haben, wie das geht. Nur bringen solche positiven Einzelfälle nichts, wenn die Gesellschafter sich weigern, zu investieren und wirklich etwas zu verändern. Sie sind die Totengräber des Warenhauses. Für jede Stadt, in deren Innenstadt so ein Klotz steht, den man kaum vermietet bekommt, ist es eine Bürde. Für die Mitarbeiter ist es bitter. Für die Gläubiger ärgerlich. Aber bei der vierten Insolvenz sollte wirklich niemand mehr an eine Zukunft von Galeria glauben. Wickelt das Warenhaus ab!"
Die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen kommentiert die Freigabe der Öl- und Dieselreserven durch die G7:
"Mit der Freigabe erhoffen sich die führenden Industrienationen Entlastung für den Ölpreis. Der gibt für die Kosten von Sprit und Heizöl die Richtung vor. Offenbar hat die Drohung von US-Präsident Donald Trump, den Dieselexport zu stoppen, gewirkt. Hohe Energiekosten nehmen die Amerikaner Trump übel, was er vor den Zwischenwahlen im November gar nicht braucht. Die Reserven freizugeben, ist allerdings für Notfälle gedacht. In der aktuell schwierigen Lage für Unternehmen und Einzelne auch in Deutschland mit Blick auf hohe Energiekosten ist die Freigabe vor allem ein psychologisches Signal. Dauerhaft jedoch wirkt dieses Mittel nicht. Es bekämpft nur oberflächlich Symptome, verändert die Strukturen nicht. Auch deshalb muss es sparsam eingesetzt werden."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG schreibt dazu:
"Tatsächlich haben sich 32 Staaten im Rahmen der Internationalen Energieagentur im Frühjahr darauf verständigt, 400 Millionen Barrel Öl aus Notfallreserven freizugeben, um Lieferunterbrechungen infolge des Iran-Kriegs auszugleichen; die EU will 20 Prozent des Gesamtvolumens beisteuern. Dass einige EU-Staaten ihren zugesagten Lieferzielen hinterherhinken, ist auch dem Umstand geschuldet, dass sie die eigene nationale Versorgungssicherheit im Blick behalten müssen. Dass die US-Regierung die Rückstände ausgerechnet kurz vor den Midterms zu erpressen sucht, legt einen Verdacht nahe: Es geht der Trump-Regierung nicht in erster Linie um multilaterale Vertragstreue, sondern um den Wahlkalender."
