
Die MEDIENGRUPPE BAYERN überlegt:
"Die Zahl der Zulassungen von Elektro-Autos in Deutschland ist massiv gestiegen. Grund dafür könnte die Förderprämie sein. Es könnte aber auch an der Benzinpreis-Lotterie an den Tankstellen liegen. Viele Autofahrer haben schlicht die Nase voll von den Turbulenzen an den Zapfsäulen. Rette sich deshalb, wer kann. Denn unterdessen hat sich die Elektromobilität enorm weiterentwickelt. Reichweiten sind in der Regel kein Thema mehr, die Ladeinfrastruktur wächst, Ladezeiten sinken. E-Autofahrer sind heute nicht mehr Pioniere, die für den Fortschritt gern Nachteile in Kauf nehmen, sondern begeistert."
Der WIESBADENER KURIER hält den Tankrabatt in diesem Zusammenhang für kontraproduktiv:
"Die E-Auto-Prämie gibt vielen Unentschlossenen den notwendigen Antrieb, sich endlich vom Verbrenner zu verabschieden. Der seit Oktober geltende Tankrabatt sendet in dieser Situation allerdings das falsche Signal, da die hohen Benzinpreise auf Kosten aller Steuerzahler wegsubventioniert werden. Besser wäre eine Senkung der Stromsteuer gewesen, da davon alle Haushalte und Unternehmen profitieren. Gleichzeitig wäre das ein zusätzlicher Booster für die Energiewende."
Das HANDELSBLATT macht sich Gedanken über den Standort Deutschland und wendet sich mit einer Aufzählung milliardenschwerer Investitionen gegen allzu viel Pessimismus:
"Wer den Standort Deutschland abschreibt, sieht nicht das ganze Bild. 5,5 Milliarden Euro investiert Google in ein Rechenzentrum im hessischen Dietzenbach. Globalfoundries steckt 1,1 Milliarden Euro in die Erweiterung seiner Dresdener Chipfabrik. Uber will zwei Milliarden Euro in sein Deutschlandgeschäft investieren. Saudi-Arabien hat gerade 40 Milliarden Euro frisches Geld angekündigt. Vier Investitionen in Milliardenhöhe, noch bevor im Oktober die 'Invest in Germany'-Konferenz mit internationalen Geldgebern überhaupt beginnt. Das ist die eigentliche Nachricht hinter dem Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz mit knapp 70 Vorstandschefs der Initiative 'Made for Germany' vor ein paar Tagen. Die Welt zweifelt nicht am deutschen Standort. Das Scheckbuch der Investoren ist nach wie vor weit aufgeklappt. Sie sind sich sicher, dass Deutschland die Krise überwindet, und sie sehen vor allem die realen Stärken des Landes."
