
"Leiters setzt auf deutlich weniger, dafür aber sehr viel teurere Autos. Unlogisch ist der Schritt nicht, erwirtschaften doch Hersteller von Luxussportwagen mit konventionellen Antrieben wie Ferrari verlässlich hohe Renditen. Riskant sind Strategieschwenk und Schrumpfkurs dennoch. Leiters setzt darauf, dass Porsche-Fahrer Verbrenner wollen und auch bei elektrischen Premiumfahrzeugen aus China, die weniger als die Hälfte kosten, nicht schwach werden. Die Frage ist aber, ob Leiters die Autos wirklich so viel werthaltiger machen kann und der so oft beschworene Glanz der Marke so zieht, dass die Kunden die höheren Preise bezahlen werden."
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Nacke fordert Berichten zufolge in einem internen Papier eine höhere Erbschaftssteuer. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG kommentiert:
"Rein inhaltlich ist es konsequent, dass die Christdemokraten sich des Themas annehmen. Die Partei setzt seit jeher auf das Leistungsprinzip, Bundeskanzler Merz höchstselbst wird nicht müde, es zu betonen – egal, wie unbeliebt er sich damit macht. Und diesem Leistungsprinzip läuft die derzeitige Gesetzgebungnun mal zuwider. Dank derer wird hierzulande immer öfter nicht vermögend, wer so richtig ranklotzt, sondern wer die richtigen Eltern hat. Das verschärft die ohnehin ausgeprägte Vermögensungleichheit in Deutschland. Als Problem haben das auch die CDU-Anhänger mittlerweile identifiziert. Schon im Herbst vor einem Jahr hat eine Forsa-Umfrage für den Stern gezeigt, dass die konservativen Wähler mehrheitlich höhere Erbschaftsteuern wollen. Nur konsequent also, wenn die Partei ihren Wählern nun folgt – und im Übrigen auch so manchem Unternehmer, der dieser Tage etwas Ähnliches fordert."
Bundesdigitalminister Wildberger hat einen Zwischenbericht zur Staatsmodernisierung vorgelegt. Vieles sei umgesetzt, vieles noch in Arbeit. Dazu schreibt die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt/Oder:
"Wer umzieht, einen neuen Personalausweis braucht oder seine Steuererklärung macht, kann an den komplizierten Abläufen verzweifeln - oder überrascht sein, wenn manches plötzlich ganz einfach geht. Man könnte also sagen: Wildberger ist Deutschlands Vorkämpfer gegen schlechte Laune. Doch wichtiger als der Zwischenbericht ist die Frage: Merkt man schon etwas davon? Das kommt darauf an, wen man fragt. Wer einen neuen Wohnsitz angemeldet hat, dürfte sich gefreut haben, dass man dazu nicht mehr aufs Amt muss. Wer hingegen einen Blick in seine elektronische Patientenakte werfen wollte, hat womöglich genervt aufgegeben. Im vergangenen Jahr hat sich vieles bewegt - aber vor allem im Kleinen, wo man es schnell übersieht."
