
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG analysiert:
"So traurig es klingt, ist das für Deutschland nach Jahren der Rezession und der Stagnation schon ein Erfolg. Der aber steht auf unsicherem Grund. Zum Großteil speist die wirtschaftliche Erholung sich aus den schuldenfinanzierten Ausgaben des Staates, die vor allem im öffentlichen Konsum und ein wenig auch in Investitionen landen. Das ist eine teuer erkaufte Erholung, die die Wachstumskräfte kaum dauerhaft stärkt und die mit der notwendigen Sanierung des mit Schulden überlasteten Staatshaushalts ohnedies keine Zukunft hat."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER schreibt hingegen:
"Wir sollten die Pessimisten in ihre Schranken weisen und die aktuellen Prognosen als Licht am Ende des Tunnels verstehen. Vieles spricht dafür. Die deutliche Anhebung der BIP-Prognose beweist die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft trotz geopolitischer Krisen wie dem Iran-Konflikt. Viele Fakten sprechen für Aufschwung. Der gezielte KI-Boom und staatliche Investitionen stabilisieren den Standort und treiben moderne Schlüsseltechnologien. Die deutschen Forscher Hegemann und Nagel bekamen jetzt den Medizin-Nobelpreis. Ein Zeichen dafür, dass der Wissenschaftsstandort Deutschland weit vorn ist."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG ergänzt:
"Die gute Exportentwicklung geht außer auf die überraschend robuste Weltkonjunktur vor allem auf einen Sondereffekt zurück, der die Gesamtentwicklung etwas besser aussehen lässt, als sie tatsächlich ist. So profitierten die Hersteller von Stahl, Aluminium, Düngemitteln und anderen energieintensiven Gütern davon, dass viele Unternehmen angesichts der weltweiten Krisen und aus Furcht vor erneuten Lieferengpässen ihre Lager auffüllten. Es ist ein Bestellboom, der sich nicht jedes Jahr wird wiederholen lassen."
Die FRANKENPOST aus Hof geht auf den niedrigen Stand deutscher Gasspeicher ein. Diese sind aktuell nur zu 59 Prozent gefüllt:
"Bislang waren Sommereinkäufe immer günstig - in diesem Jahr waren sie es wegen der geopolitischen Engpässe und hoher Nachfrage eben nicht. Doch die Lieferung ist gesichert, die Frage des Einkaufspreises ist es nicht. Kurz gesagt: Ein niedriger Füllstand bedingt nicht zwingend hohe Gaspreise im Winter. Aber er macht den Markt anfälliger für Wetter, weltweite Nachfrage nach Flüssigerdgas und weitere Unsicherheiten. Unter ungünstigen Bedingungen steigen das Risiko von Engpässen und die Preise - mit ganz viel Glück könnte es aber günstiger werden, erst im Winter zu kaufen. So bleibt das Ganze eine Abwägung, die am Ende die Politik treffen muss."
