15. Oktober 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Die Kommentare beschäftigen sich unter anderem mit dem Erfolg der Lufthansa im Bieterwettstreit um Anteile an der portugiesischen Fluggesellschaft TAP.

Mehrere Flugzeuge der Lufthansa stehen nebeneinander auf einem Flughafen-Gelände.
Ein Thema: Die Lufthansa steht vor dem Einstieg bei der portugiesischen Fluggesellschaft TAP (Archivbild). (picture alliance / SvenSimon / Frank Hoermann / SVEN SIMON)
"Ein Meilenstein für die Lufthansa", titelt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG und führt aus:
"Wenn die folgenden Detailverhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden, steht am Ende ein Erfolg für Konzernchef Carsten Spohr, der in seiner Bedeutung kaum zu überschätzen ist. Denn mit TAP öffnet sich für die Deutschen nicht nur die Tür für lukrative Fernverbindungen nach Lateinamerika. Zudem zöge man auf einen Schlag mit dem britischen Wettbewerber IAG in etwa gleich. Mit dem neuen Familienmitglied erhöht der Lufthansa-Konzern im Jahr seines 100. Geburtstags seine Chancen, zu den Gewinnern im harten Konsolidierungsprozess der Branche zu gehören."
Die BÖRSEN-ZEITUNG analysiert die Luftfahrtbranche:
"Im Vergleich zu den USA hat die europäische Airline-Industrie noch Nachholbedarf, wenn es um die Konsolidierung geht. Doch diese gewinnt jetzt mit der Entscheidung der portugiesischen Regierung, Lufthansa den Zuschlag für eine wichtige Minderheitsbeteiligung von 44,9 Prozent an TAP zu erteilen, weiter an Fahrt. Damit hat der ohnehin bereits größte Luftfahrtkonzern Europas gute Chancen, nach der Übernahme von Swiss, Brussels Airlines und last but not least Ita aus Italien bald einen weiteren wichtigen europäischen Luftfahrtmarkt zu dominieren und sich zudem auf dem Transatlantikmarkt zu verstärken, allen voran zwischen Europa und Brasilien."
Thema im HANDELSBLATT ist die Personalpolitik eines Berliner Banken-Start-ups:
"Die Neobank Trade Republic sortiert zwei Mal im Jahr ihre rund 750 Beschäftigten in grüne, graue und rote Kästchen. Wer im roten landet, verlässt laut Recherchen des 'Tagesspiegels' mit hoher Wahrscheinlichkeit bald das Unternehmen. Die Empörung über diese harte Auslese funktioniert auf Knopfdruck. Doch sie geht an der Sache vorbei. Man kann sich über Wildwestmethoden aufregen. Doch wer einen Blick auf die Zahlen wirft, sollte sich auch die Frage stellen, warum die Bank vergangenes Jahr mit einer Bewertung von 12,5 Milliarden Euro Deutschlands wertvollstes Start-up war."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER geht der Frage nach, ob Europas Autohersteller im Wettbewerb mit chinesischen Anbietern bestehen können:
"Die großen chinesischen Marken werden schon bald auch in Europa produzieren – und womöglich zeigen, dass sie manches besser können. Sie haben weniger Altlasten als die Europäer, sind schneller und technologisch keinesfalls schlechter. Selbst wenn also gleiche Bedingungen für alle herrschen, stellt sich die Frage: Sind die Europäer überhaupt wettbewerbsfähig? Aktuell muss man es bezweifeln."