19. Oktober 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Ein Thema ist die jüngst vom Bundestag beschlossene Frühstartrente. Das Gesetz sieht vor, dass Kinder künftig ab dem sechsten Lebensjahr monatlich zehn Euro vom Staat für die private Altersvorsorge erhalten.

Eine Seniorenpaar zu Hause im Wohnzimmer zusammen am Laptop, sie blättern gemeinsam Unterlagen in einer Mappe durch.
In den Kommentaren geht es unter anderem um die Rentenpolitik (Symbolbild). (Getty Images / Johner Images)
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG findet, die Einführung sei eine...
"... wahnsinnig gute Idee, um einen Teil der Rentenlücke zu schließen. Aufgrund des enormen Zinseszins-Effekts und der Macht der Aktienmärkte wird selbst aus der reinen staatlichen Förderung voraussichtlich eine zusätzliche private Rente von etwas mehr als 220 Euro im Monat. Die Frühstartrente ist also bestens dazu geeignet, Altersarmut zu verringern und die gesellschaftliche Teilhabe gerade armer Menschen zu verbessern."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG geht auf den Streit über die Rentenpolitik in der Regierungskoalition ein:
"Alles spitzt sich auf das Reizthema der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren zu. Da lässt sich eine Einigung vorstellen. Entweder wird die Möglichkeit prinzipiell abgeschafft, wie politisch im Sommer vereinbart, aber es gibt weit gefasste Ausnahme- und Härtefallregelungen. Oder die Möglichkeit bleibt bestehen, wird aber in der praktischen Anwendung erheblich eingeschränkt. Wie beim Bürgergeld: Da wurde der Name geändert, aber die inhaltlichen Änderungen blieben überschaubar."
Die BÖRSEN-ZEITUNG befasst sich mit den Rahmenbedingungen für Investitionen:
"Deutschland hatte etwas, das viele andere Länder vermissen ließen: Stabilität und Verlässlichkeit. Politisch, rechtlich und gesellschaftlich. Doch dieser Standortvorteil schwindet zusehends. Jüngstes Beispiel: Das Verbrenner-Aus sei Geschichte, postuliert Friedrich Merz am Freitag in Brüssel. An diesem Montag lädt der gleiche Friedrich Merz zum Investorengipfel nach Berlin, auf dem er internationale Geldgeber vom Standort Deutschland überzeugen will. Das Hü und Hott in der Auto-Industriepolitik, je nach Farbspiel der Regierung, kann da sicherlich nicht als Ausweis von stabilen Investitionsbedingungen dienen."
Die TAGES-ZEITUNG - taz - kritisiert den deutsch-französischen Vorstoß, das für 2035 geplante EU-Verbot für neue Verbrennermotoren abzuschwächen:
"Das ist ein klimapolitischer Offenbarungseid. Fahrzeuge in Deutschland stoßen nach wie vor zu viele klimaschädliche Emissionen aus. Das nicht zu ändern, sondern zu verlängern, treibt die Erderhitzung weiter voran. E-Autos sind nicht nur klimafreundlicher als Verbrenner-Autos. Sie sind auch wirtschaftlich die Zukunft, weil sie technologisch den Verbrennern weit überlegen sind. Mit der Abkehr vom Verbrenner-Aus korrigiert die Regierung keinen Fehler aus der Vergangenheit. Stattdessen lotst die Regierung die Autobranche in eine Sackgasse ohne Wendekreis."