21. Oktober 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Die RHEINISCHE POST widmet sich dem Investorengipfel der Bundesregierung, der gestern in Berlin stattfand:

Friedrich Merz und Jensen Huang sitzen nebeneinander auf einer Bühne und sprechen miteinander.
Erst Kritik, dann Lob von Nivida-Chef Huang (rechts), der mit Kanzler Merz die industrielle KI in Deutschland vorantreiben will. (picture alliance / dts-Agentur / dts Nachrichtenagentur GmbH)
"In Deutschland sind die privaten Unternehmensinvestitionen seit Jahren rückläufig, während sie in den USA, China und anderen prosperierenden Regionen explodiert sind. Künstliche Intelligenz sorgt längst für eine neue industrielle Revolution. Höchste Zeit also für die Bundesregierung, endlich sichtbarer um internationale Investoren zu werben, die diese Transformation vorantreiben. Kanzler Merz und das halbe Bundeskabinett haben Deutschland als hervorragenden Standort angepriesen. Das war überfällig. Deutschland hat als erfahrener Industriestandort den Vorteil, dass es sich beim KI-Einsatz in der industriellen Fertigung einen Vorsprung erarbeiten kann. Die Verbindung zwischen reinen KI-Sprachmodellen und der realen Welt – das sei Deutschlands große Chance, betonte Nvidia-Chef Jensen Huang. Um das zu untermauern, schmiedete Merz mit Huang einen KI-Pakt. Man fragt sich aber, warum der Staat den gewinnbringenden KI-Einsatz noch mit einer dreistelligen Millionensumme unterstützen muss."
Das STRAUBINGER TAGBLATT ist skeptisch:
"Niemand sollte glauben, dass diese ersten Schwalben schon einen herrlichen Sommer machen würden. Wenn die Investitionen jetzt anziehen, dann geschieht dies sozusagen als Vorschusslorbeeren auf die angekündigten Reformen bei den Sozialversicherungen, der Arbeitszeit und den Bürokratiehemmnissen. Es wäre fatal, wenn sich auf der Regierungsbank jetzt eine Stimmung breitmachen würde, die da lautet: Läuft ja. Und noch eines muss passieren, damit Deutschland dauerhaft aus dem Tief herauskommt. Es muss seine Industriepolitik auf andere Beine stellen, weg von der Bewahrung des Bestehenden um jeden Preis und hin zu den Technologien, die in den nächsten Jahrzehnten die wirtschaftliche Entwicklung prägen werden."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG widmet sich der Rentendebatte aus Sicht mancher Unternehmen:
"Abgesehen von der sozialpolitischen Debatte nutzt die Rente nach 45 Beitragsjahren auch Teilen der Industrie. Zwar fordern Arbeitgeberverbände die Abschaffung der Regelung. Doch Branchen, die sich mitten in einer tiefgreifenden Transformation befinden - wie etwa die Automobilindustrie - können auf diese Weise Stellen sozialverträglich abbauen. Betriebsbedingte Kündigungen und Abfindungsprogramme stehen im Raum. Durch das Modell zahlen die Beitragszahler die Frührente und das Unternehmen nicht länger das Gehalt der Mitarbeiter, das umso höher ist, je älter diese werden. Das ist ein Nebeneffekt für die strauchelnde Industrie."