27. Oktober 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Im Fokus vieler Zeitungen ist weiter der Auftritt des Audi-Vorstandsvorsitzenden Döllner bei einem Wahlkampfauftritt von US-Präsident Trump.

US-Präsident Donald Trump begrüßt Gernot Döllner, Vorstandsvorsitzender der Audi AG, bei einer Wahlkampfveranstaltung im Guardian Centers of Georgia. Döllner lächelt.
US-Präsident Donald Trump begrüßt Gernot Döllner, Vorstandsvorsitzender der Audi AG, bei einer Wahlkampfveranstaltung im Guardian Centers of Georgia. (Mike Stewart / AP / dpa )
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG betont:
"Besonders schwer wiegt, dass Döllner auf eine Bühne gestiegen ist, um Trump im Wahlkampf kurz vor den Midterms zu unterstützen. Minuten zuvor hatte Trump einen demokratischen Kandidaten rassistisch beleidigt und seine Abschiebebehörde gepriesen, die Jagd auf illegale Migranten macht. Döllner unterstützte nicht irgendeinen Präsidenten, sondern diesen, einen Demagogen, der demokratische Institutionen angreift. Damit zieht er Audi und seine Mitarbeiter in der öffentlichen Wahrnehmung auf Trumps Seite. Er sollte sich überlegen, ob er über den moralischen Kompass für den Job verfügt."
In der Zeitung DIE WELT ist dagegen von einer "geschickten Marketingmaßnahme für Audi" die Rede:
"Gernot Döllner ist ein mutiger CEO. Er überarbeitet radikal die Designsprache von Audi, er hat den Schritt in die Formel 1 gewagt, und nun riskiert er auch noch Anfeindungen in einem politisch tief nach links gerutschten deutschen Heimatmarkt. Aber vielleicht ist genau das ja das neue, gute Profil von Audi: Autos zu bauen für erfolgreiche Menschen, denen schlecht wird, wenn sie es mit moralischen Weltmeistern zu tun bekommen, die in ihrem eigenen Leben nichts zustande bringen. Vorsprung durch Technik – für jene erfolgsverliebte bürgerliche Mittel- und Oberschicht, die sich politisch gerade nicht mehr repräsentiert fühlt."
In der BÖRSEN-ZEITUNG heißt es:
"Der Aufsichtsrat des VW-Konzerns entscheidet noch über Döllners US-Plan. Nach dem problematischen Auftritt des Audi-Chefs vom Wochenende müssen sich die Kontrolleure aber nicht nur damit befassen, wie ein neues Werk in den USA zur beabsichtigten Kürzung des Investitionsbudgets um mehr als 15 Prozent für die kommenden fünf Jahre passt."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG nimmt die jüngste Konjunkturumfrage des ifo-Instituts in den Blick.
"Die Nachfrage aus Europa und auch aus den Vereinigten Staaten nach deutschen Waren nimmt zu und hilft, die Malaise im Chinageschäft zu überwinden. Ein wichtiger Grund für die neuen Exporterfolge ist, dass die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sich mit zuletzt leicht gesunkenen Lohnstückkosten ein wenig verbessert hat. Die Nachteile, die sich in den vergangenen Jahren an dieser Stelle aufgebaut haben, sind damit noch lange nicht überwunden. Doch die jüngste Entwicklung weist den Weg, wie die Exportwirtschaft gesunden kann."