
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG meint:
"Das auf Künstliche Intelligenz spezialisierte Unternehmen beschreibt sich im Börsenprospekt mit auffälliger Ambivalenz. Einerseits wird zwar das Potential von KI-Technologien beschworen, 'die Qualität menschlichen Lebens zu verbessern', etwa durch Beschleunigung des medizinischen Fortschritts. Andererseits wird aber auch mit sehr düsteren Worten vor Gefahren gewarnt. Es ist von 'katastrophalen oder existenziellen Risiken für die Menschheit' die Rede. Ein Stück weit ist dies gewiss Marketing."
Das HANDELSBLATT hebt hervor:
"Die Geschäftszahlen von Anthropic weisen in die richtige Richtung. Der Umsatz hat sich im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr mehr als vervierzehnfacht, bereinigt verdiente Anthropic im ersten Halbjahr sogar erstmals auch unterm Strich Geld. Mehr als 11.900 Kunden zahlen jährlich sechsstellige Beträge. Hier wird aus der Mission von Firmenchef Amodei geschicktes Marketing. Ausgerechnet das Unternehmen, das am lautesten vor seiner eigenen Technologie warnt, verkauft sie am erfolgreichsten an jene, die Verlässlichkeit brauchen: Großkonzerne. Der Börsengang wird zeigen, ob der Markt mit dieser Mischung aus weihevollem Auftrag, Chuzpe und Weltuntergangsprophezeiung zurechtkommt. Fest steht dabei schon jetzt, dass Anthropics Debüt auch unabhängig von der Rekordbewertung als einzigartig in die Geschichte eingehen wird."
Bundeskanzler Merz wirbt auf einer Asien-Reise für ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den elf Mitgliedsstaaten der sogenannten Transpazifischen Partnerschaft - darunter Japan und Singapur.
Das STRAUBINGER TAGBLATT betont:
"Trumps Angriffe auf den freien Welthandel setzen Deutschland und die besuchten Länder unter Druck und erhöhen das Interesse an verlässlichen Alternativen. Merz' Vorstoß weist deshalb in die richtige Richtung: Europa und die Staaten des Pazifikraums sollten ihre gemeinsamen Interessen in belastbare Regeln gießen. Nicht als Bündnis gegen Trump, sondern als Absicherung gegen dessen Unberechenbarkeit."
Die GLOCKE aus Oelde unterstreicht:
"Engere wirtschaftliche Bande in den Pazifikraum zu knüpfen, bedeutet keine Abkoppelung von China und erst recht nicht vom wichtigen Partner USA. Aber wenn diese beiden Länder rücksichtslos Großmachtpolitik betreiben, tut die EU gut daran, nach neuen Partnern Ausschau zu halten. Ein Abkommen mit den Pazifikanrainern würde ein Zeichen für offene Märkte, verbindliche Regeln und internationale Zusammenarbeit setzen. Europäische Unternehmen profitierten von einem Markt mit 600 Millionen Einwohnern und könnten sich so neue Wachstumschancen erschließen."
