30. Oktober 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Der Milliardenverlust des Volkswagen-Konzerns im dritten Quartal ist Thema in den Zeitungen.

Die Lage bei Volkswagen ist Thema in den Zeitungen.
Die Lage bei Volkswagen ist Thema in den Zeitungen. (picture alliance / Daniel Kalker)
Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg bemerkt:
"Die deutsche Automobilindustrie befindet sich in ihrer größten Krise seit der Nachkriegszeit. Sie ist geprägt von deutlichen Absatzverlusten, damit nicht ausgelasteten Werken, den Verlust von Arbeitsplätzen und massiven Sparprogrammen. Die Folgen ziehen sich weit in die Zuliefererbranche. Große bekannte Unternehmen wie Bosch und Continental trifft der Umstieg auf neue Antriebstechnologien hart. Das Geschäftsmodell, mit der Produktion und dem Fahrzeugverkauf in China die Konzernbilanz zu stabilisieren, dürfte sich erübrigt haben. Die Ursachen für diese Misere liegen aber auch in der Wolfsburger Chefetage, die zu spät auf den Trend zur Elektromobilität aufgesprungen ist. Wie sieht die Branche in zehn Jahren aus? Das Kaufmanns-Sprichwort 'Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit' trifft es auf den Punkt. Verhindert werden muss, dass die europäische Autoindustrie langfristig zum Zulieferer für Chinas Autoindustrie wird."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG befindet:
"Der Quartalsbericht von Volkswagen zeigt, wie sehr die globale Verkaufsmaschinerie des Konzerns aus dem Tritt geraten ist. In Amerika sieht sich Audi-Chef Gernot Döllner zum Kniefall vor Trump gezwungen, um die langersehnten Zollvorteile und Subventionen für ein neues US-Werk abzugreifen. In China spitzt sich die Lage immer weiter zu, die Bodenbildung will sich einfach nicht einstellen. Für die Wettbewerbsfähigkeit der krisengeplagten Standorte Westeuropas hilft nur, Kosten zu senken. Und für den Erfolg in Amerika ist mehr Produktion vor Ort unerlässlich."
Christine Lagarde tritt vorzeitig als Präsidentin der Europäischen Zentralbank zurück. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG kommentiert:
"Warum sollte sie nicht versuchen, französische Staatspräsidentin zu werden? Mit ihrem diplomatischen Geschick und ihrem europäischen Wertekompass wäre Lagarde ein Glücksfall für Europa. Schon wahr, sie kommt aus dem sogenannten Establishment und ist keine, die nah bei den Leuten ist, wie man so sagt. Aber sie wäre nicht nur ein Gewinn für Frankreich, sondern auch für Europa. Bleibt die Frage, wer Lagarde an der Spitze der EZB folgen sollte. In Deutschland gibt es schon länger die Rufe, dass endlich ein Deutscher die Zentralbank führen sollte. Doch das wird ziemlich sicher nicht passieren. In Person von Ursula von der Leyen gibt es bereits eine deutsche Präsidentin der Europäischen Kommission. Das dürfte den meisten anderen Ländern genügen."