03. November 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Die Gewerkschaft IG Metall hat zu Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie aufgerufen. Kommentiert wird aber auch die Lage in der deutschen Automobilproduktion.

    Ein roter VW Golf steht auf einem Parkplatz am Volkswagen Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
    Volkswagen hat große finanzielle Probleme (Julian Stratenschulte / dpa)
    Dazu schreibt die AUGSBURGER ALLGEMEINE:
    "Ein Blick in die Volkswagen-Bilanzen offenbart die Dringlichkeit einer ambitionierten US-Strategie: Die Volkswagen-Gruppe, also Marken wie VW, Audi, Porsche oder Skoda, hat zwischen Juli und September insgesamt einen Horror-Sommer durchlebt, stand doch unter dem Strich für ein Quartal ein Verlust von 5,8 Milliarden Euro. In dem Konzern brennt es an vielen Ecken: Es musste ein happiger Betrag auf den Firmenwert von Porsche abgeschrieben werden, die Umgestaltung des VW-Riesen geht kräftig ins Geld, Audi leidet unter den US-Zöllen und in China verlieren die Deutschen Marktanteile. Die Zahlen sind beängstigend: In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat der Konzern fast 255.000 Autos weniger verkauft als im Vorjahreszeitraum."
    Das HANDELSBLATT notiert:
    "Deutschlands kriselnde Automobilindustrie sucht ihre Rettung in den USA. Auf dem zweitgrößten Automarkt der Welt sollen die Margen wieder hereingeholt werden, die auf dem größten verloren gegangen sind. Dabei muss die Riege der Automanager aufpassen, nicht den Fehler zu wiederholen, der ihnen in China unterlaufen ist. Sie dürfen Autos für andere Märkte nicht in Deutschland entwickeln. Wollen BMW, Mercedes und Volkswagen im Hoffnungsmarkt USA reüssieren, müssen sie sich den Geschmäckern der heimischen Kunden anpassen. Ein großes SUV-Modell, wie es die Bayern planen und die Stuttgarter Konzernkreisen zufolge ebenfalls überlegen, ist ein guter Anfang. Das hilft auch beim Versuch, die Krise hinter sich zu lassen."
    Die SÜDDEUTSCHE ZEIUNG blickt auf den Gewerkschaftsaufruf zum Warnstreik in der Metall- und Elektroindustrie:
    "Konflikte werden meist je schärfer geführt, desto entschiedener sich die Konfliktparteien im Recht wähnen. Das deutet sich auch in der Metall- und Elektroindustrie an; die IG Metall streitet dort mit den Arbeitgebern um mehr Geld für 3,7 Millionen Beschäftigte. Die Gewerkschaft ruft jetzt zu Warnstreiks auf, IG-Metall-Chefin Christiane Benner spricht von 'Wut' auf die Arbeitgeber, diese wiederum werfen ihr fehlenden 'Realitätssinn' vor. Klingt nach dem üblichen Geplänkel rund um Tarifrunden, doch der Unmut ist dieses Mal deutlich größer als sonst. Es stimmt ja, die Wirtschaftskrise liefert beiden Seiten gute Argumente, nun besonders unnachgiebig aufzutreten. Die Inflation ist hoch, die IG Metall muss ihren Leuten zeigen: Wir tun unser Bestes, um einen Ausgleich für Euch herauszuholen. Es nützt jedoch niemandem, sich jetzt zu verschanzen."