
So schreibt das HANDELSBLATT:
"Das größte politische Risiko für die Märkte lauert nach den Wahlen nicht in, sondern außerhalb der USA. Ein innenpolitisch gelähmter Präsident Trump könnte sich zu neuen außenpolitischen Abenteuern verleiten lassen, um seiner Präsidentschaft doch noch historische Bedeutung zu verschaffen. Eine Eskalation der Lage im Nahen Osten würde die ohnehin schon hohen Energiepreise weiter nach oben treiben, und die vergangenen Monate haben bereits bewiesen, wie stark unkontrolliert nach oben schießende Ölpreise Aktien und Anleihen zugleich schaden können."
Ähnlich sieht dies die AUGSBURGER ALLGEMEINE:
"Der Trumpismus verliert zwar seine Verführungskraft, doch dies darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Trump noch zwei Jahre im Amt ist – und gerade für Deutschland und Europa ein unberechenbarer Partner bleiben wird. Auch die Angriffe auf den Iran können jederzeit wieder aufflammen – mit allen Folgen für die Wirtschaft."
Die RHEIN-ZEITUNG aus Koblenz merkt an:
"Ökonomisch wird es noch länger dauern, bis das Pendel wieder ein wenig dorthin zurückschwingt, wo es vor Trumps zweiter Amtszeit stand. Zumal nicht alles falsch war, was wir – unter hässlicher Begleitmusik – von ihm gespiegelt bekommen haben. Wir müssen uns als Deutsche und Europäer aus strategischen Abhängigkeiten und von mancher viel zu bequemen Lebenslüge der jüngeren Vergangenheit befreien, so gut wir das eben können. Das gilt im Hinblick auf China und Russland – aber auch die USA selbst."
Die WIRTSCHAFTSWOCHE richtet den Fokus auf die Geldgeber der Republikaner:
"Elon Musk, Chef von Tesla, SpaceX und X, war mit rund 475 Millionen Dollar der größte politische Einzelspender dieser Midterms. Rund 224 Millionen Dollar setzte er allein in Texas ein. Der Return on Investment? Ging an die Demokraten. 'Texas is not for sale' – mit diesem Slogan wetterte deren Senatskandidat Talarico gegen Milliardäre wie Musk."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG fügt an:
"Die Amerikaner verlieren ihre Toleranz für Milliardäre, seit diese verstärkt versuchen, Politik zu machen, um ihren Technologien freie Bahn zu verschaffen. Dazu kommt Abscheu über Trump und sein Umfeld, die beständig die Methoden der Selbstbereicherung verfeinert haben. Die Wähler tolerieren deren Erwerbsmechanismus nicht mehr: Trump nutzte seine Macht über Regulierung, Staatsaufträge, Strafverfolgung und Begnadigungen als Hebel für private Geschäfte."
