
Die BÖRSEN-ZEITUNG hält den Anteilserwerb aus Sicht des Staates für einen Erfolg:
"Für das Finanzministerium ist der Ausgang der Dinge erfreulich. Für die 50 Prozent werden 'nur' 5,6 Milliarden Euro gezahlt. Das ist rund ein Viertel weniger, als man hätte erwarten können – gemessen an der ursprünglichen Einigung, als der Haushaltsausschuss grünes Licht gegeben hatte, um für 40 Prozent 6 bis 7,2 Milliarden Euro auszugeben. Dazwischen lag ein zähes Ringen des Bundes mit den Eigentümerfamilien Bode und Braunbehrens. Die wollten eigentlich keine Bewertung unterhalb von 12 Milliarden Euro für das gesamte Unternehmen akzeptieren."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG geht auf den Kurssturz der Aktie des Rüstungskonzerns Rheinmetall ein:
"Unter Anlegern wachsen Zweifel, ob Rheinmetall seinen vielen Verpflichtungen gerecht werden kann. Dieser Auftragsbestand inklusive bestehender Rahmenverträge schnellte innerhalb eines Jahres um 19 Milliarden auf 78 Milliarden Euro hoch. Vorstandschef Armin Papperger will Rheinmetall vom Panzer- und Munitionsspezialisten zum führenden Vollanbieter umbauen. Um auch Schiffe, Satelliten oder Kampfdrohnen zu liefern, ging der Manager viele Kooperationen ein oder kaufte teuer zu. Papperger muss rasch Klarheit schaffen, ob diese Bündnisse auch zuverlässig liefern können."
Die Bedeutung staatlichen Einflusses auf kritische Infrastruktur beleuchtet das HANDELSBLATT am Beispiel der Deutschen Telekom:
"28,6 Prozent der Anteile kontrolliert Berlin direkt und indirekt an der Deutschen Telekom. Das ist aber kein Überbleibsel von Staatskapitalismus, sondern heute so wichtig wie nie zuvor. Berlin sollte diesen Hebel nicht aus der Hand geben. Doch genau das könnte passieren. Die Telekom strebt die Fusion mit ihrer US-Tochter an. Aus einem Zusammenschluss könnte der größte Telekommunikationskonzern der Welt entstehen. Die Macht könnte das Management nutzen wollen, um mit großen Tech-Giganten zu konkurrieren. In diesem Zuge würde der Bundesanteil verwässert."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG befasst sich mit der Europäischen Zentralbank und sieht diese angesichts steigender Preise vor großen Herausforderungen:
"Die Inflation in der Euro-Zone lag im Oktober mit 4,0 Prozent doppelt so hoch wie von der EZB angestrebt. Gleichzeitig droht Frankreichs Schuldenkrise die Notenbank in einen gefährlichen Zielkonflikt zu zwingen: Gegen hohe Inflation helfen eigentlich hohe Leitzinsen, doch genau die verteuern die Kreditaufnahme und verschärfen Frankreichs Haushaltslage."
