Branchenverband Bitkom
Digitale Technologien: Deutsche Unternehmen weiter abhängig von USA und China

Das Ziel einer größeren digitalen Souveränität Deutschlands ist einer Studie zufolge noch weit entfernt. Zwei Drittel der befragten Unternehmen rechnen sogar damit, dass die Abhängigkeit in den kommenden Jahren zunimmt.

    Ein Mitarbeiter im Ganzkörperschutzanzug demonstriert Wartungsarbeiten an einer Prüfmaschine für Chips mit Augmented-Reality-Brille.
    Blick in eine Halbleiterfabrik (Archivbild) (picture alliance / dpa / Robert Michael)
    Fast alle deutschen Unternehmen nutzen digitale Technologien oder Services aus dem Ausland. Wären diese plötzlich nicht mehr verfügbar, könnten die Firmen im Durchschnitt gerade einmal 16 Monate überstehen - so die eigene Einschätzung laut dem Branchenverband Bitkom. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Wert leicht verbessert; damals wurden im Mittel 14 Monate genannt.
    94 Prozent der 602 befragten Unternehmen stuften Deutschland bei digitalen Technologien und Leistungen aus dem Ausland als stark (44 Prozent) oder eher abhängig (50 Prozent) ein. Bei den eigenen Digitalimporten stehen den Angaben zufolge Elektronikgeräte wie ⁠Smartphones und Laptops an der Spitze (94 Prozent), gefolgt von Hardware-Komponenten wie ⁠Computerchips (79 Prozent).
    Darüber hinaus spielten Cloud-Dienstleistungen (73 Prozent), Software-Anwendungen (68 ‌Prozent) und Künstliche Intelligenz (KI) (56 Prozent) eine wichtige Rolle. Auf Länderebene betrachteten sich die Befragten vor allem von den USA und ​China (jeweils knapp 90 Prozent) als stark oder eher abhängig.

    Bitkom-Chef beklagt fehlenden Mut

    Bitkom-Präsident Wintergerst sagte, einige Produkte könnten zwar nicht ohne Weiteres ersetzt werden. Es fehle aber vielen deutschen Unternehmen an Mut, stärker auf heimische Angebote zu setzen. Internationale Arbeitsteilung sei eine Stärke, aber sie dürfe nicht dazu führen, "dass wir im Krisenfall handlungsunfähig werden", betonte der Chef des Branchenverbandes.
    Diese Nachricht wurde am 19.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.