Bundesamt für Verbraucherschutz
Einsatz von Antibiotika für Nutztieren weiter auf niedrigem Niveau

Der Einsatz von Antibiotika bei Nutztieren ist seit der ersten Datenerfassung im Jahr 2011 deutlich gesunken. Pharmazeutische Unternehmen und Großhändler müssen die Abgabe ihrer Medikamentenmengen an Tierärzte und Veterinärbehörden melden.

    Mastschweine stehen gemeinsam in einer Box im Stall. Ein Schwein guckt über das Gitter in die Kamera.
    Mastschweine stehen gemeinsam in einer Box im Stall. (dpa/ Stefan Sauer)
    Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wurden im vergangenen Jahr insgesamt rund 562 Tonnen Antibiotika an die Tierärzteschaft und weitere Empfänger abgegeben. Ähnliche Zahlen wurden auch im Vorjahr gemeldet. Die Präsidentin des Bundesamts, Böl, spricht daher von einer Stabilisierung der Mengen auf niedrigem Niveau.
    Tierärztinnen und Tierärzte melden bei jeder antibiotischen Behandlung von Rindern, Schweinen, Hühnern und Puten die tatsächlich eingesetzten Wirkstoffmengen. Für das Antibiotikum Colistin, für das seit 2025 auch strengere gesetzliche Regelungen gelten, zeigte sich beispielsweise ein Rückgang von 31 auf 26 Tonnen. Das ist der bisher niedrigste Wert seit dem Jahr 2011.
    Antibiotika werden eingesetzt, um kranke Tiere zu behandeln und darüber hinaus auch um zu verhindern, dass Bakterien auf Menschen übertragen werden. Weil die Gefahr besteht, dass sogenannte Antibiotika-Resistenzen auftreten, haben die sieben führenden Industrienationen im vergangenen Jahr deren Bekämpfung als Schwerpunktthema auf die politische Agenda gesetzt.
    Diese Nachricht wurde am 06.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.