Mehr als 600 Festnahmen
Erneut Gewalt bei Schülerprotesten in Frankreich

In Frankreich hat es auch heute wieder teils gewalttätige Proteste von Schülern gegeben.

    Frankreich, Lille: Ein Schüler hält während einer Demonstration für mehr Mittel und mehr Personal an der Schule ein Schild mit der Aufschrift "Wir wollen das BAC (Abitur), nicht die BAC (Einheiten zur Verbrechensbekämpfung)»"hoch.
    Seit Tagen protestieren Schülerinnen und Schüler an den Oberschulen, wie hier in Lille. (Jean-Francois Badias / AP / dpa)
    Im westfranzösischen Nantes brannte die Eingangshalle einer Schule ab. In Marseille wurden mehrere Busse und ein Feuerwehrauto in Brand gesetzt. Auch aus dem Pariser Vorort Saint-Denis wurden erneut gewaltsame Auseinandersetzungen gemeldet; dort setzte die Polizei Tränengas gegen die Demonstranten ein. Insgesamt gab es nach offiziellen Angaben Proteste an 340 Schulen. Die Regierung berief eine Krisensitzung ein. Bislang wurden mehr als 600 Personen festgenommen - viele von ihnen minderjährig.
    Die seit Tagen andauernden Proteste richten sich gegen marode Gebäude, überfüllte Klassen und einen Mangel an Lehrkräften. Inzwischen hat sich der Protest auf Universitäten in Frankreich ausgeweitet. Der Gewerkschaft Union Étudiante zufolge gab es an rund 30 Hochschulen Blockaden.
    Diese Nachricht wurde am 01.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.