
Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Tränengas gegen sie vor. Die Demonstrationen gegen Rama und seine Regierung, aber auch für bessere Bildungsbedingungen halten seit Tagen an. Gestern war es dabei zu Ausschreitungen gekommen. Mehrere Gebäude wurden in Brand gesetzt oder stark beschädigt. Erstmals setzte die Polizei auch Gummigeschosse ein.
Rama wandte sich in einem Video auf Facebook an die Bevölkerung. Darin lehnte er einen Rücktritt ab und warf den Protestierenden vor, den angestrebten EU-Beitritt Albaniens zu gefährden.
Die Europäische Kommission hat die Ausschreitungen bei den jüngsten Protesten in Albanien verurteilt. Gewalt habe in einer demokratischen Gesellschaft keinen Platz, heißt es in einer Pressemitteilung. Zugleich müsse die Reaktion der albanischen Behörden verhältnismäßig sein. Versammlungs- und Meinungsfreiheit seien zentrale europäische Werte.
Die albanische Regierung sieht sich seit Ende Mai immer wieder mit Protesten konfrontiert. Auslöser der sogenannten Flamingo-Revolution waren Pläne für ein Luxus-Hotelprojekt in einem Küstennaturschutzgebiet. Hinter diesem Projekt steht eine Investmentfirma von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Trump.
Diese Nachricht wurde am 18.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
