Michaela Benthaus
Erste Rollstuhlfahrerin im All: Menschen mit Behinderung nicht bemitleiden oder unterschätzen

Die Münchner Luft- und Raumfahrtingenieurin Michaela Benthaus hat dazu aufgerufen, Menschen mit Behinderung nicht zu bemitleiden oder zu unterschätzen, sondern ihnen zuzuhören.

    Die Astronautin Michaela Benthaus hält eine Rede während der Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele Mailand-Cortina 2026 in der Olympic Arena in Verona, Italien.
    Die querschnittsgelähmte Astronautin Michaela Benthaus. (picture alliance / Xinhua News Agency / Li Jing)
    Die 34-jährige Astronautin, die im vergangenen Jahr als erste Rollstuhlfahrerin überhaupt ins Weltall geflogen ist, führte aus: "Nehmt sie und ihre Träume ernst, so wie man die Träume einer jeden Person ernst nehmen sollte." Menschen mit Behinderung werde oft weniger zugetraut. Man gebe ihnen nicht die gleichen Chancen wie Menschen ohne Behinderung. Das erlebe sie in unterschiedlichen Situationen selbst immer wieder. Wenn jemand aber im Rollstuhl ins All geflogen sei, könne eine Behinderung nicht mehr als Totschlagargument verwendet werden, um Menschen auszuschließen, argumentierte Benthaus. Die Autorin, die diese Woche ein Buch veröffentlichte, rief Politik und Gesellschaft zudem auf, besser auf Barrierefreiheit zu achten. Benthaus ist seit einem Mountainbikeunfall auf einen Rollstuhl angewiesen.
    Die große Medienaufmerksamkeit rund um ihren Weltraumflug verschaffte dem Thema Behinderung aus ihrer Sicht eine enorme Sichtbarkeit. Das sei einer der wichtigsten Bausteine für Inklusion. Benhauas arbeitet bei der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA. Sie war im vergangenen Dezember mit einer Rakete des Amazon-Gründers Jeff Bezos zu einem Kurztrip ins All gestartet.
    Diese Nachricht wurde am 01.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.