Montreal
EU-Kanada-Gipfel beginnt - Von der Leyen: Beziehungen auf höchstmögliche Ebene heben

In Montreal hat der zweitägige EU-Kanada-Gipfel begonnen. In einer Grundsatzrede stellte Kommissionspräsidentin von der Leyen dem nordamerikanischen Land eine enge Partnerschaft in Aussicht.

    EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen steht beim EU-Kanada-Gipfels in Montreal an einem Rednerpult, vor ihr sitzen viele Menschen.
    EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen am Rande des EU-Kanada-Gipfels in Montreal (picture alliance / ZUMAPRESS.com / Christopher Katsarov)
    Von der Leyen sagte in Montreal, zwar könne Kanada aufgrund seiner geografischen Lage kein Vollmitglied der EU werden. Man wolle die Beziehungen aber auf die höchstmögliche Ebene heben. Die Kommissionspräsidentin verwies erneut auf ihr Konzept, wonach Kanada ein erstes "assoziiertes Mitglied" der Europäischen Union werden könne. Zuvor hatten allerdings Deutschland und mehrere andere EU-Länder erreicht, dass ein entsprechender Passus aus dem Entwurf für die geplante Abschlusserklärung gestrichen wurde. Stattdessen ist nun von einer "Allianz für die Zukunft" die Rede. Die Bezeichnung wurde maßgeblich vom kanadischen Premierminister Carney geprägt.

    Carney will Kooperation verstärken

    EU-Ratspräsident Costa sagte bei dem Treffen, die Partnerschaft zwischen der EU und Kanada werde die engste, tiefste und einzigartigste sein, die es gebe. Der kanadische Premierminister Carney betonte, man müsse die Zusammenarbeit verstärken, um eine "strategische Autonomie" sicherzustellen. Konkret gehe es um die Bereiche Verteidigung, Raumfahrt, Seltene Erden und Künstliche Intelligenz. Entsprechende Abkommen sollen morgen geschlossen werden.

    Bessere Abstimmung in wichtigen Bereichen geplant

    Die EU und Kanada wollen ihre Politik bei Energie, Klimaschutz, Technologie und Sicherheit stärker aufeinander abstimmen. Zudem ist geplant, Kanada umfassender an EU-Programmen für Forschung, Bildung und Verteidigung zu beteiligen. Hintergrund sind die Spannungen mit den USA unter Präsident Trump.
    Diese Nachricht wurde am 29.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.