"EU-Ziel nicht realistisch"
Europäischer Diakonieverband: Wohnungslosigkeit in Europa hat zugenommen

Der Verband Eurodiaconia hält ein Ende von Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit in der Europäischen Union bis 2030 für unrealistisch.

    Decken eines Obdachlosen auf der Straße vor einem Supermarkt am Drogen-Hotspot Kottbusser Tor in Berlin Kreuzberg. An den Wänden viele Graffitis
    Die Obdachlosigkeit in Europa hat zugenommen (Archivbild). (Imago / F. Anthea Schaap )
    Eine Sprecherin des kirchlichen Sozialverbandes sagte dem Evangelischen Pressedienst, in so gut wie allen europäischen Ländern sei die Zahl der Wohnungslosen zuletzt gestiegen. Problematisch sei insbesondere ein Mangel an Sozialwohnungen und Wohnraum, der für untere Einkommen bezahlbar sei. Verstärkt würden die Probleme durch Kurzzeitvermietungen wie Airbnb und Spekulation mit Immobilien. Laut der europäischen Wohnungslosigkeitsorganisation Feantsa sind derzeit schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen in Europa ohne eigene Wohnung, darunter rund 400.000 Kinder.
    Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, Obdachlosigkeit bis 2030 zu überwinden. Im Juni hatte sich Bundesbauministerin Hubertz dazu bekannt, aber gleichzeitig von einer Mammutaufgabe gesprochen. In Deutschland nimmt die Zahl der Sozialwohnungen seit Jahren stark ab, weil mehr Wohnungen aus der Sozialbindung fallen als neu gebaut werden.
    Diese Nachricht wurde am 17.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.