Nach Brand
Expertenkommission soll Wiederaufbau von Kehlsteinhaus vorbereiten

Nach dem Brand des Kehlsteinhauses bei Berchtesgaden soll eine Expertenkommission den Wiederaufbau vorbereiten. Man wolle das Gebäude als Zeugnis der Geschichte und Ort der Aufklärung für kommende Generationen erhalten, sagte Bayerns Kunstminister Blume der Deutschen Presse-Agentur.

    Auf einem verschneiten Berg ist ein qualmendes und durch einen Brand beschädigtes Gebäude zu erkennen.
    Das Kehlsteinhaus am Obersalzberg wurde bei dem Brand nahezu vollständig zerstört und soll wieder aufgebaut werden. (Jason Tschepljakow / dpa / Jason Tschepljakow)
    Der CSU-Politiker betonte, das Haus sei als Repräsentationsbau des NS-Regimes errichtet worden und untrennbar mit der nationalsozialistischen Herrschaft verbunden. "Ein Wiederaufbau muss dieser historischen Verantwortung gerecht werden", sagte der Minister.
    Dem Expertengremium sollen Fachleute aus Denkmalpflege, Bauwesen und Erinnerungskultur angehören. Derzeit würden die Schäden erfasst und die noch erhaltene historische Bausubstanz gesichert. Auf dieser Grundlage solle zügig ein Konzept für den Wiederaufbau entwickelt werden, so Blume.

    Brand zerstört Gebäude fast vollständig

    Das Kehlsteinhaus am Obersalzberg war in der Nacht zum Samstag durch ein Feuer fast vollständig zerstört worden. Das Gebäude wurde seit Jahrzehnten als Berggasthof genutzt. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus. Ein 33-Jähriger wurde festgenommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Traunstein gibt es Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Mannes.
    Bayerns Innenminister Herrmann (CSU) hatte bereits angekündigt, dass das geschichtsträchtige Gebäude wieder aufgebaut werden soll. Das Kehlsteinhaus befindet sich im Eigentum des Freistaats Bayern. Es war in den 1930er Jahren von den Nationalsozialisten als Teil des von Adolf Hitler genutzten Komplexes am Obersalzberg errichtet worden.
    Diese Nachricht wurde am 26.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.