Nach Kritik an Infantino
FIFA-Betriebsdirektor Lamour verlässt Weltfußballverband

Nach dessen Kritik an den Investorenplänen von FIFA-Präsident Infantino haben sich Betriebsdirektor Lamour und der Weltfußballverband getrennt. Wie ein FIFA-Sprecher bestätigte, wurde das Arbeitsverhältnis mit Lamour in seiner Funktion als Chief Operating Officer beendet. Gründe für das Ende der Zusammenarbeit wurden nicht genannt.

    FIFA-Betriebsdirektor Kevin Lamour und weitere Funktionäre sitzen während der Fußballweltmeisterschaft 2026 in Toronto auf der Tribüne.
    FIFA-Betriebsdirektor Kevin Lamour (vorne rechts) und der Weltfußballverband haben sich getrennt. (IMAGO / Newspix / IMAGO / FOT. PIOTR KUCZA / FOTOPYK)
    Lamour hatte Ende Juli nach dem Bekanntwerden der Investorenpläne der FIFA schwere Vorwürfe gegen Infantino erhoben. Der FIFA-Präsident habe die Mitarbeiter hintergangen, diese hätten Besseres verdient als Missachtung und Einschüchterung, hieß es in einem Schreiben Lamours, das der US-Nachrichtenagentur Associated Press vorlag.
    Die Pläne sahen vor, dass die FIFA Anteile an der Fußball-Weltmeisterschaft privaten Investoren zugänglich macht. Nach Kritik von mehreren kontinentalen Verbänden wie der UEFA nahm Infantino Abstand von dem milliardenschweren Projekt.
    Lamour nahm Jobverlust für Kritik an FIFA-Plänen in Kauf
    Lamour forderte außer der Zurücknahme der Pläne auch Konsequenzen für die politischen Entscheidungsträger im Fußball. Sie müssten sich nun "die richtigen Fragen stellen", erklärte er. Der französisch-schweizerische Staatsangehörige betonte zudem, er habe keine Angst davor, wegen seiner öffentlichen Kritik den Job zu verlieren. Wenn dies das bedeute, "dann sei es so", sagte er.
    Lamour war seit November 2024 Betriebsdirektor der FIFA und zuvor seit 2007 bei der Europäischen Fußball-Union UEFA tätig.
    Diese Nachricht wurde am 18.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.