
Auf der Tagesordnung des FIFA-Rates steht neben einigen Formalien und Ausschussberichten auch die Aussprache über den Infantino-Plan zu einer WM-Vermarktung außerhalb der Fußball-Institutionen. Dieses milliardenschwere Vorhaben hatte der Schweizer mit externen Investoren vorangetrieben. Zwar ist er damit letztlich am Widerstand aus den eigenen Reihen gescheitert, doch die Diskussionen um Infantinos Führungsstil sind gehen weiter.
Beim Treffen in Genf könnten seine Kritiker, allen voran UEFA-Präsident Ceferin und DFB-Präsident Neuendorf, erneut eine Reform fordern, nach der künftige FIFA-Präsidenten weitgehend nur noch repräsentative Funktionen hätten. Die Geschäfte des Verbandes würden dann in der hauptamtlichen Administration und im Council geführt. Ein solches Szenario ist für Infantino inakzeptabel - obwohl er vor seiner ersten Wahl vor rund zehn Jahren genau diesen Gedanken selbst gefördert hatte.
Kritik aus Europa - Unterstützung weltweit
Trotz der massiven Kritik aus Europa erscheint ein Machtwechsel an der FIFA-Spitze derzeit nach Ansicht von Beobachtern als eher unwahrscheinlich. Infantino genießt weiterhin große Zustimmung in Asien, Afrika, Südamerika und Ozeanien. Zuletzt hatte er - im Rahmen seines Wahlkampfs um den Spitzenposten - eine Ausschüttung von insgesamt mehr als 6,35 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 5,66 Milliarden Euro) an die 211 Mitgliedsverbände in Aussicht gestellt. Das wären 25 Millionen Dollar für jeden Verband. Auch Kleinststaaten wie die Salomonen, St Kitts and Nevis oder Tonga würden davon profitieren. Sie haben bei der Wahl zum FIFA-Präsidenten dasselbe Stimmrecht wie große Verbände.
Die Wahl zum FIFA-Präsidenten ist für den 18. März nächsten Jahres im marokkanischen Rabat vorgesehen. Mögliche Gegenkandidaten müssen bis spätestens zum 18. November präsentiert werden.
Diese Nachricht wurde am 15.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




