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Flexible Datenverarbeitung mit XML

Informatik. - Am Zentrum für Graphische Datenverarbeitung Darmstadt ging heute der dreitägige Darmstädter XML-Kongress zu Ende. Als universeller Datenstandard soll die Dokumenten-Beschreibungssprache XML dabei helfen, die täglich wachsende Informationsflut zu bewältigen. Die Sprache hat sich inzwischen in vielen Bereichen als gemeinsamer Nenner für den Datenaustausch etabliert.

    Für die ausgesprochen hohe Akzeptanz von XML ("Extensible Markup Language") gibt es gute Gründe, meint Diplom-Informatiker Reinhard Koch: "Viele Hersteller arbeiten schon an Lösungen, die XML-basiert sind, also nicht mehr Insellösungen darstellen, sondern wirklich im Web verbreitet werden. Das Ziel ist, dass jeder von seinem Desktop aus XML nutzen kann." Mit benutzerdefinierten Strukturen lassen sich in XML beliebige Dokumente beschreiben, so Koch. Als Nebeneffekt lassen sich dadurch Suchfunktionen erweitern, eine Aufgabe, die der XML-Vorgänger HTML bislang nicht lösen konnte. Suchfunktionen und nahezu alle Bestandteile der Beschreibungssprache XML können in sehr hohem Maße individuell programmiert werden. Bei den XML-Projekten ist deshalb auch ein Trend zur Spezialisierung auszumachen. Jedem Anwender sein eigenes XML, so wurde auch auf dem Darmstädter XML-Kongress die Entwicklung ein wenig ironisch kommentiert. Genforscher haben sich ihre Gene Expression Markup Language ("GEML") definiert. Sie dient insbesondere dem Wissensmanagement bei der Gen-Entschlüsselung. Für die Robotersteuerung gibt es inzwischen ebenfalls einen eigenen XML-Dialekt.

    Beim XML-Einsatz im Multimedia-Bereich gilt es hingegen noch, einige Hürden zu nehmen. Hier fehlt vor allem eine Lösung aus einer Hand - und neue Standards. Bisher regeln die XML-Standards im wesentlichen eine Verweisstruktur. Das heißt, ein Film zum Beispiel ist derzeit nicht selbst Teil einer XML-Datei, sondern sie enthält nur ein Hinweis, wo der Film abgelegt ist. Eine Einbettung von Multimedia-Daten ist nur über ein Austauschformat vorgesehen. Werden unterschiedliche Datentypen verwendet, müssen sie über eine einheitliche Verweisstruktur übersetzt werden. Erste Anwendungen gibt es hier im medizinischen Bereich, in dem ganz unterschiedliche Datentypen verwendet werden. So kann ein Arztbericht durch Röntgenbilder und Tabellen mit Labordaten ergänzt werden. Ausführliche Informationen zu Beiträgen und Referenten des 5. Darmstädter XML-Kongresses finden Sie im Internet.

    [Quelle: Peter Welchering]