Nach Ausschreitungen
Frankreichs Präsident Macron verurteilt Gewalt: "Wir alle empfinden Wut und Scham"

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen in zahlreichen Städten hat sich Frankreichs Präsident Macron mit einer Fernsehansprache an die Bevölkerung gewandt. Er verurteilte die Eskalation und kündigte Konsequenzen an. Die Regierung werde unnachgiebig sein.

    Screenshot einer Fernseh-Ansprache von Frankreichs Präsident Macron.
    Frankreichs Präsident Macron hält eine Fernseh-Ansprache. (AFP / LUDOVIC MARIN)
    Macron sagte, die Ausschreitungen seien durch nichts zu rechtfertigen: "Wir alle empfinden heute Abend Wut und Scham". Die Verantwortlichen würden mit der vollen Härte des Gesetzes verfolgt. Diejenigen, die geplündert hätten, müssten den Schaden bezahlen. Diejenigen, die versucht hätten, die Republik zu stürzen, würden zur Rechenschaft gezogen.
    Macron machte links-radikale Gruppierungen für die Ausschreitungen verantwortlich, denen sich Kriminelle angeschlossen hätten. Gleichzeitig mahnte er, zwischen Demonstranten mit legitimen Forderungen und denjenigen zu unterscheiden, die zerstörten und plünderten. Auch versicherte er, dass das Vorgehen der Polizei und der Sicherheitskräfte untersucht werde. Es werde volle Transparenz geben.
    In vielen Städten Frankreichs war es gestern am Rande eines Protesttags gegen hohe Lebenshaltungskosten und bessere Bildungsbedingungen zu massiver Gewalt gekommen. Randalierer setzten Autos und Gebäude in Brand. Geschäfte wurden geplündert. Es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. In Limoges ging das mehr als 140 Jahre alte Rathaus in Flammen auf.
    Auch heute gab es in Paris wieder gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen hunderten Demonstranten und Ordnungskräften. Außerdem wird erneut über Plünderungen berichtet.
    Premierminister Lecornu sprach von einem entsetzlichen Ausmaß an Gewalt. Laut dem Innenministerium gab es etwa 2.400 Festnahmen. Knapp 1.000 Einsatzkräfte wurden verletzt, sieben davon schwer.
    Diese Nachricht wurde am 18.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.