Wohlbefinden
Freundschaften können psychische und körperliche Gesundheit stärken

Wer gute Freundschaften pflegt und enge soziale Bindungen hat, dem geht es nach eigenem Befinden einer Studie zufolge sowohl körperlich als auch psychisch besser. Der Einfluss guter familiärer Beziehungen in der Kindheit auf das Wohlbefinden falle dagegen schwächer aus.

    Vier Personen liegen sich in den Armen und schauen gemeinsam in einen Sonnenuntergang.
    Haben ihren eigenen besonderen Wert: gute Freundschaften (Unsplash / Helena Lopes)
    Dieses Ergebnis veröffentlichten Forschende der Kütahya Health Sciences University in der Türkei im Fachjournal "Journal of Mental Health". Für die Untersuchung wurden die Angaben von 204.907 Menschen ab 18 Jahren ausgewertet. Die Daten stammen aus der ersten Phase der sogenannten Global Flourishing Study (GFS), für die Menschen aus 22 Ländern in Europa, Amerika, Asien, Ozeanien, dem Nahen Osten und Afrika zu Faktoren für ein gelingendes Leben befragt wurden. 
    Am zufriedensten mit ihren Freundschaften und Beziehungen waren laut der Studie die Menschen in Indonesien zu sein, in Japan hingegen wurden die niedrigsten Werte ermittelt. Die Teilnehmenden bewerteten selbst, wie zufrieden sie mit ihren Freundschaften, ihren Beziehungen und ihrer psychischen sowie körperlichen Gesundheit sind. Die Forschenden berücksichtigten daneben auch das Einkommen und den Bildungsstand der Befragten. 

    Soziales Umfeld verändert sich mit der Zeit

    Diejenigen, die am zufriedensten mit ihren Freundschaften und Beziehungen waren, berichteten auch am häufigsten von einer insgesamt besseren psychischen und körperlichen Gesundheit. Wer die Beziehungen zu seinen Eltern in der Kindheit als positiv erinnert, zeigte ähnliche Ergebnisse – jedoch schwächer ausgeprägt. Der Einfluss von Beziehungen in der Kindheit sei nicht unveränderlich, heißt es weiter. Freundschaften, Partnerschaften und andere soziale Kontakte könnten die Wirkung früherer Erfahrungen im weiteren Leben verstärken oder abschwächen.
    Das soziale Umfeld eines Menschen verändere sich im Laufe des Lebens ständig, und Freundschaften, Partnerschaften und andere Beziehungen könnten den Einfluss früherer Erfahrungen verstärken oder abmildern, erklärten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

    Universelle Säule des Wohlbefindens

    Unterschiede zeigten sich auch zwischen den Altersgruppen. Während die Werte für die psychische Gesundheit bei Menschen zwischen Mitte 30 und Ende 40 niedriger waren als bei den 18- bis 34-Jährigen, waren sie bei den über 65-Jährigen wieder höher. Verheiratete Menschen, Personen mit ausreichenden finanziellen Mitteln und Menschen, die sich einer Religion zugehörig fühlten, berichteten im Schnitt ebenfalls von einer besseren psychischen und körperlichen Gesundheit. Gute soziale Beziehungen seien eine "universelle Säule des Wohlbefindens", resümiert die Studie.
    Die Aussagekraft der Ergebnisse ist jedoch begrenzt, weil die Daten lediglich auf Selbstauskünften beruhen. Sie spiegeln damit die subjektive Einschätzung der Befragten wider. Somit zeigt die Studie zeigt Korrelationen auf, aber keine zwingende Kausalität.
    Diese Nachricht wurde am 14.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.