Anhörung im Bundestag
Geheimdienst-Chefs verteidigen geplante Reform ihrer Behörden als dringend notwendig

Die Vorsitzenden der Geheimdienste haben die geplante Reform ihrer Tätigkeiten begrüßt und erneut als dringend notwendig bezeichnet.

    Martin Jäger (r-l), Präsident des Bundesnachrichtendienstes BND, Martina Rosenberg, Präsidentin des Millitärischen Abschirmdienstes MAD, und Sinan Selen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz BfV, stehen nebeneinander.
    Anhörung des Parlamentarischen Kontrollgremiums (Michael Kappeler / dpa)
    Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Jäger, sagte vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags, vor allem von Russland gehe eine große Gefahr aus. Dessen Geheimdienste würden hochprofessionell und rücksichtslos agieren; eine Neuausrichtung des Bundesnachrichtendienstes sei daher wichtig. Die Präsidentin des Militärischen Abschirmdienstes, Rosenberg, betonte, das derzeitige Gesetz für ihren Dienst sei über 20 Jahre alt. Seitdem hätte sich unter anderem die Art und Weise revolutioniert, wie über das Internet kommuniziert werde. Der Präsident des Verfassungsschutzes, Selen, sagte, es sei das Gebot der Stunde, das Bundesamt zu einem operativen Abwehrdienst umzugestalten.
    Nach den Regierungsplänen sollen die Befugnisse der Nachrichtendienste bei der Sammlung, Speicherung und automatisierten Auswertung von Daten erheblich ausgeweitet werden. Zudem sollen sie erstmals die Möglichkeit erhalten, Bedrohungen wie Sabotageakte oder Hackerangriffe aktiv durch Gegenangriffe zu bekämpfen.
    Diese Nachricht wurde am 05.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.