Jugendbewegung
"Gen Z regelt": Schülervertreter distanzieren sich von Protestaufruf für 31. Oktober

Für Samstag hat die Gruppierung "Gen Z regelt" in knapp 30 deutschen Städten zu Protesten aufgerufen. Doch zahlreiche Schülervertreter distanzieren sich inzwischen von der Bewegung - auch aus Sorge vor Gewalt.

    Studierende blockieren den Eingang des Otto-Suhr-Instituts der Freien Universität Berlin am 28. Oktober 2026. Die Studierenden protestieren gegen Kürzungen im Bildungsbereich und eine Wiedereinführung der Wehrpflicht. Lokale Medien berichten, die Aktion stehe im Zusammenhang mit den Jugendprotesten in Frankreich.
    Proteste an den Universitäten - wie hier in Berlin - stehen in Zusammenhang mit dem bevorstehenden Aktionstag. (picture alliance / Volodymyr Sindieiev / Volodymyr Sindieiev)
    In Niedersachsen erklärte der Landesschülerrat, es fehle die Transparenz der Verantwortlichen, und es gebe die Sorge einer politischen Vereinnahmung. Es habe sich bislang nicht nachvollziehbar klären lassen, wer etwa die Demonstration in Hannover organisiere. Man rechne nicht damit, dass sich viele Schülerinnen und Schüler beteiligten. Ähnlich äußerte sich Hessens Landesschülervertretung.
    Für Samstag wird in vielen deutschen Großstädten zu Demonstrationen unter dem Motto "Gen Z regelt" aufgerufen. Die Initiative setzt sich nach eigenen Angaben für Investitionen in Bildung und Klimaschutz sowie für Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und gegen die Wehrpflicht ein. Welche Personen dahinter stecken, ist unklar. Das Impressum der Website wurde binnen einer Woche zweimal geändert - am Donnerstag stand dort eine Schweizer Anschrift. Mobilisiert wird auch bei TikTok, Instagram und auf Telegram.

    Bundesschüler*innenkonferenz startet eigenen Demonstrationsaufruf

    Auch die Bundesschüler*innenkonferenz hatte sich bereits von der Protest-Ankündigung distanziert. Die Generalsekretärin der Organisation, Kirchhoff, sagte dem Sender RTL, man könne zwar das grundlegende Anliegen unterstützen, wisse aber nicht genau, wer hinter dem Aufruf stehe.
    Kirchhoff kündigte einen eigenen Protest in Berlin für den 20. November an. Daran sollten auch Lehrer und andere Jugendbewegungen teilnehmen. Zugesagt hätten bereits die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der Bundeselternrat und Fridays for Future. 
    Diese Nachricht wurde am 29.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.