Mögliche Mangellage
Gering gefüllte Gasspeicher sorgen für Kritik

Der niedrige Füllstand der Gasspeicher in Deutschland sorgt weiter für Kritik. Die Bundesvorsitzende der Linkspartei, Schwerdtner, rief Bundeswirtschaftsministerin Reiche auf, zu handeln.

    Diverse analoge Anzeigen sind in der Anlage des Gasspeicher Wolfersberg, östlich von München, an der Wand zu sehen.
    Deutschlands Gasspeicher sind in diesem Sommer deutlich leerer als üblich. (Symbolbild) (picture alliance / dpa / Peter Kneffel)
    Sie forderte, verstaatlichte Gaslieferanten zur Befüllung zu nutzen und hohe Gewinne der Konzerne stärker zu besteuern. Die Vorsitzende des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Pop, warnte vor steigenden Preisen. Falls der Gasvertrag keine Preisbindung über den Winter vorsehe, könne sich für Privathaushalte ein Wechsel lohnen. Auch der Energieökonom der Ruhr-Universität Bochum, Löschel, hält Preissteigerungen für wahrscheinlich. Derzeit hätten viele Kunden mutmaßlich Verträge, die noch aus einer Zeit vor dem Preisanstieg stammten, erklärte Löschel im Deutschlandfunk. Das müsse Schritt für Schritt eingepreist werden.

    Keine Magellage befürchtet

    Zu einer drohenden Mangellage äußerte sich Löschel zurückhaltender. LNG-Terminals könnten weiter genutzt werden und Unternehmen seien in der Pflicht, die Bestände aufzufüllen. Bei einem normalen Winter werde man gut über die Runden kommen. Löschel verwies aber auch auf mögliche Unsicherheiten durch Probleme in den USA oder durch einen kälteren Winter. Man müsse derzeit zwischen einer vollständigen Versorgungssicherheit und den Kosten abwägen.
    Das Bundeswirtschaftsministerium hatte gestern erklärt, die Branche sei in der Pflicht. Die Wintervorsorge sei Aufgabe der Händler. Auch die EU-Kommission teilte mit, es gebe keine unmittelbare Sorge um die Gasversorgung der EU.
    Die deutschen Gasspeicher sind derzeit rund zur Hälfte gefüllt, rund ein Viertel weniger als vor einem Jahr. Bis zum 1. November müssen sie nach gesetzlichen Vorgaben zu jeweils 80 Prozent gefüllt sein.
    Diese Nachricht wurde am 20.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.