
Während der israelischen Nationalhymne senkten die Iren gestern demonstrativ die Köpfe. Zudem trugen sie schwarze Armbinden. Ihren Gegenspielern verweigerten sie den üblichen Handschlag. Das Stadion war nahezu leer, das Spiel wurde fast ohne Zuschauer ausgetragen. Der irische Verband hatte keine Tickets für Fans reserviert, der öffentlich-rechtliche Sender RTE verzichtete auf eigene Kommentatoren. Bei dem Spiel war Israel offiziell Gastgeber, ausgetragen wurde es im ungarischen Debrecen.
Der Anpfiff der Partie war bis zuletzt ungewiss. Die irischen Spieler entschieden sich trotz Boykottaufrufen zu Hause dann aber für eine Teilnahme. Lediglich Torhüter Gavin Bazunu sagte seine Teilnahme ab und begründete dies mit der "Tötung unschuldiger Menschen".
Israels Außenminister erinnert an Irlands Verhalten gegenüber Adolf Hitler
Israels Außenminister Saar verwies in einer kritischen Stellungnahme auf die irische Mannschaft von 1939, die damals vor einem Spiel gegen Deutschland in Bremen den Hitlergruß gezeigt hatte. Saar hob des Weiteren Irlands Neutralität während des Zweiten Weltkriegs hervor das Beileid, das der damalige Premierminister Eamon de Valera dem deutschen Gesandten in Dublin nach dem Suizid Hitlers ausgesprochen hatte. Fast 90 Jahre seien vergangen, führte Saar aus. Geblieben sei "Irlands einzigartige Begabung, sich auf der falschen Seite der Geschichte wiederzufinden".
Irland ist einer der stärksten Kritiker des israelischen Vorgehens im Gazastreifen, das durch den brutalen Angriff der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden war.
Das Fußballspiel endete 3:0 für Irland.
Offenbar rassistische Ausschreitungen unter israelischen Fans
Israelische Fans im Stadion skandierten Jubelrufe für die Armee ihres Landes. Der arabischstämmige Aktivist und Bewerber für die Parlamentswahl, Yoseph Haddad, verbreitete in den Sozialen Medien Videoaufnahmen, wie er Zuschauer zu IDF-Sprechchören animiert. Man habe zwar ein Fußballspiel verloren, aber die israelische Armee gewinne immer, sagte er.
Wie mehrere Medien berichteten, soll es zu rassistischen Ausschreitungen gekommen sein. Dem irischen Torschützen Adam Idah, Sohn eines Nigerianers und einer Irin, seien Affenlauten zugerufen worden, hieß es. Mitspieler sollen umgehend den deutschen Schiedsrichter Harm Osmers darüber informiert haben. Irlands Fußballverband (FAI) kündigte an, das Videomaterial offiziell auszuwerten.
Diese Nachricht wurde am 29.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
