Schlechte Ausstattung
Gewaltsame Proteste an 180 französischen Schulen

Bei Protesten von Schülern hat die Polizei in mehreren französischen Städten mindestens 164 Menschen festgenommen. Dutzende wurden verletzt, darunter Jugendliche, zwölf Sicherheitskräfte und Mitglieder des Lehrpersonals.

    In Frankreich haben Schülerinnen und Schüler gegen schlechte Lernbedingungen protestiert.
    Viele junge Menschen stehen auf einem Platz, einige halten Plakate. (picture alliance / abaca | CLPRESS/ABACA)
    Die Proteste hatten bereits am Freitag begonnen und richteten sich maßgeblich gegen schlechte Ausstattungen an den weiterführenden Schulen, überfüllte Klassen und fehlende Lehrkräfte. An vielen Schulen in den Vororten prangerten Schüler Nachteile im Vergleich zu den innerstädtischen Schulen an. Teils wurden die Schulen durch die Demonstranten vollständig blockiert. Die französischen Behörden befürchten, dass die Proteste fortgesetzt werden.

    180 Schulen in verschiedenen Städten betroffen

    Die Proteste fanden vor allem in Bezirken nahe Paris statt, aber auch in Lille, Lyon, Grenoble und Nizza. Wie Innenminister Nuñez mitteilte, waren etwa 180 Schulen betroffen. Nuñez sprach wörtlich von "Gewalt in Reinform". Die Polizei habe Ermittlungen aufgenommen. Premierminister Lecornu beschuldigte die Linkspartei "La France insoumise", eine Ausweitung der Proteste anzustacheln. Obgleich die Probleme der Schulen angegangen werden müssten, sei es ein Fehler, die Wut der Schüler für parteipolitische Zwecke zu instrumentalisieren, teilte er mit.
    Diese Nachricht wurde am 29.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.