Plattform Binance
Reaktionen auf Krypto-Hackerangriff: "Entsetzen an der Börse", "3,3 Milliarden Dollar sind nicht mehr zurückzuholen"

Der Hackerangriff auf die weltgrößte Digitalwährungsbörse Binance hat bei Anlegern und Börsenvertretern für Aufruhr gesorgt. Wie das Unternehmen erklärte, wurden Kryptowährungen im Wert von 6,3 Milliarden US-Dollar gestohlen, um einen Teil davon wird noch gerungen. Ein Überblick über den Ablauf des wohl größten Krypto-Hackerangriffs der Geschichte und darüber, wie sich Anleger schützen können.

    Eine Hand hält eine Bitcoin-Münze, dahinter ist auf einem Smartphone das Logo der Kryptobörse Binance zu sehen.
    Hackerangriff auf Kryptobörse Binance (picture alliance / Hans Lucas / Romain Doucelin)
    ARD-Korrespondent Samir Ibrahim sprach von schierem Entsetzen über den Fall und dessen Ausmaß an der Frankfurter Börse . Dabei stehe besonders die Plattform Binance in der Kritik, die nun schon zum dritten Mal Opfer eines Hackerangriffs geworden sei. Der Vorwurf: allzu große Sorglosigkeit und zu geringe Sicherheitsvorkehrungen. Wie Ibrahim erklärt, wurde der Laptop eines Entwicklers von Binance, der weitreichenden Zugriff zur Plattform hatte, gezielt von den Hackern angegriffen. Der Großteil des Angriffs sei innerhalb von gerade einmal 20 Minuten abgelaufen.

    Spur führt offenbar nach Nordkorea

    Nach Angaben der US-Analysefirma TRM wird der Angriff einer nordkoreanischen Hackergruppe zugeschrieben. Behörden verschiedener Länder und Cybersicherheitsexperten werfen dem Land seit Jahren vor, Hacker für Spionage und Diebstahl von Vermögenswerten einzusetzen. Pjöngjang weist das zurück.

    Vermögensverwalter: KI-Modelle werden zunehmend zur Gefahr für Kryptobörsen

    Stefan Risse von der Kapitalverwaltungsgesellschaft Acatis sagte im Deutschlandfunk, im aktuellen Fall seien drei der erbeuteten gut sechs Milliarden Dollar von Binance und deren Sicherheitspartnern eingefroren, allerdings noch nicht abschließend gerettet worden. Die restlichen 3,3 Milliarden seien weg und nicht mehr zurückzubekommen. Risse warnte, es würden immer bessere KI-Modelle entwickelt, die Hacker bei der Suche nach Schwachstellen im System unterstützten. Dies sei eine zunehmende Gefahr für Geldinstitute und insbesondere für Kryptobörsen. Es sei durchaus denkbar, dass eine Kryptobörse bald bei einem großangelegten Angriff für den Verlust nicht aufkommen könne und die Anleger leer ausgingen, warnte Risse. Im aktuellen Fall kündigte die Plattform Binance an, alle Verluste der Anleger zu ersetzen.

    "Cold Wallets" bieten mehr Schutz für Anleger

    Der Cybersicherheitsexperte Mirko Ross sagte Tagesschau.de, er empfehle Anlegern, die Kryptowährungen besäßen, aber nicht laufend damit handeln wollten, eine sogenannte Cold Wallet. Dies seien spezielle Geldbörsen für Kryptowährungen, die nicht online angebunden und somit sicher gegen Hacking seien.

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    Diese Nachricht wurde am 30.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.