
ARD-Korrespondent Samir Ibrahim sprach von schierem Entsetzen über den Fall und dessen Ausmaß an der Frankfurter Börse
. Dabei stehe besonders die Plattform Binance in der Kritik, die nun schon zum dritten Mal Opfer eines Hackerangriffs geworden sei. Der Vorwurf: allzu große Sorglosigkeit und zu geringe Sicherheitsvorkehrungen. Wie Ibrahim erklärt, wurde der Laptop eines Entwicklers von Binance, der weitreichenden Zugriff zur Plattform hatte, gezielt von den Hackern angegriffen. Der Großteil des Angriffs sei innerhalb von gerade einmal 20 Minuten abgelaufen.
Spur führt offenbar nach Nordkorea
Nach Angaben der US-Analysefirma TRM wird der Angriff einer nordkoreanischen Hackergruppe zugeschrieben. Behörden verschiedener Länder und Cybersicherheitsexperten werfen dem Land seit Jahren vor, Hacker für Spionage und Diebstahl von Vermögenswerten einzusetzen. Pjöngjang weist das zurück.
Vermögensverwalter: KI-Modelle werden zunehmend zur Gefahr für Kryptobörsen
Stefan Risse von der Kapitalverwaltungsgesellschaft Acatis sagte im Deutschlandfunk,
im aktuellen Fall seien drei der erbeuteten gut sechs Milliarden Dollar von Binance und deren Sicherheitspartnern eingefroren, allerdings noch nicht abschließend gerettet worden. Die restlichen 3,3 Milliarden seien weg und nicht mehr zurückzubekommen. Risse warnte, es würden immer bessere KI-Modelle entwickelt, die Hacker bei der Suche nach Schwachstellen im System unterstützten. Dies sei eine zunehmende Gefahr für Geldinstitute und insbesondere für Kryptobörsen. Es sei durchaus denkbar, dass eine Kryptobörse bald bei einem großangelegten Angriff für den Verlust nicht aufkommen könne und die Anleger leer ausgingen, warnte Risse. Im aktuellen Fall kündigte die Plattform Binance an, alle Verluste der Anleger zu ersetzen.
"Cold Wallets" bieten mehr Schutz für Anleger
Der Cybersicherheitsexperte Mirko Ross sagte Tagesschau.de, er empfehle Anlegern, die Kryptowährungen besäßen, aber nicht laufend damit handeln wollten, eine sogenannte Cold Wallet. Dies seien spezielle Geldbörsen für Kryptowährungen, die nicht online angebunden und somit sicher gegen Hacking seien.
Diese Nachricht wurde am 30.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
