Südamerika
Hunderte Jungwale vor Argentiniens Küste verendet

Im Süden Argentiniens sind Hunderte Walkälber verendet. Als wahrscheinlichen Grund sehen Meeresforscher eine bakterielle Infektion. Doch es gibt offene Fragen.

    Drei von oben aufgenommene Südkaper-Exemplare schwimmen im Wasser
    Südkaper (Eubalaena australis), auch als Südlicher Glattwal bekannt, im Atlantischen Ozean (Archivbild) (picture alliance / dpa / Maxi Jonas)
    Meeresbiologe Mariano Coscarella vom argentinischen Forschungsinstitut Conicet in Puerto Madryn sagte der Nachrichtenagentur AFP, vermutlich handele es sich um eine natürliche Ursache. Bisher führe man den Tod der Walkälber auf Wundrose (Erysipel) zurück, eine bakterielle Hautinfektion, die Schmerzen und Fieber hervorruft.
    Allerdings könne man einen menschlichen Einfluss "nicht gänzlich" ausschließen. In dieser Saison sei die Sterblichkeitsrate unter den Walkälbern "besonders hoch", betonte Coscarella. Auch in dieser Woche wurden wieder Dutzende verendete Jungtiere des Südkapers (Südlicher Glattwal) an Stränden der argentinischen Provinz Chubut angespült. Die Regionalregierung teilte mit, sie arbeite eng mit den Wissenschaftlern zusammen, um das Rätsel des anhaltenden Walsterbens zu lösen.

    "Keine mittelfristige Gefahr"

    Im vergangenen Jahr waren in dem betroffenen Gebiet 2.110 Wale gezählt worden, so viele wie noch nie. Darunter waren 800 Kälber. In diesem Jahr zählten die Behörden dagegen nur 1.375 Wale, darunter fast 400 Kälber. Angesichts der durchschnittlichen Lebenserwartung des Südlichen Glattwals von gut 60 Jahren seien die Todesfälle allerdings "keine mittelfristige Gefahr" für die Population, so Coscarella. Die Meeressäuger werden bis zu 17 Meter lang und wiegen im Schnitt 40 Tonnen - ungefähr so viel wie vier Elefanten.
    Diese Nachricht wurde am 25.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.